Metallica in München:Die wilden Jahre sind vorbei

Wenn Metallica nach München kommt, ist das Olympiastadion natürlich ausverkauft. Routiniert präsentiert die Band ihre Songs, ganz wie bei einem Familientreffen. Und überrascht ihre Fans dennoch gleich mehrfach.

Von Melanie Staudinger

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Quelle: Robert Haas

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Anfang Mai startete Metallica ihre Europatour "World Wired". München war nun die vorletzte Station, die bayerischen Fans mussten also ziemlich lange warten. Viele kamen schon früh zum ausverkauften Olympiastadion, um möglichst gute Plätze zu ergattern. Ganz vorne standen aber nur die, die früh dran waren beim Ticketkauf: Denn es gab in der Arena drei verschiedene Stehplatzkategorien.

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Quelle: Catherina Hess

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Die Band hatte in der Nordkurve des Olympiastadions ihre Bühne aufgebaut. Fünf riesige Leinwände, eingerahmt von einem M und einem A in der für Metallica typischen, leicht geborstenen, aber schwungvollen Schrift, ragen in den Himmel. Dort läuft am Anfang Ennio Morricones Soundtrack zu "Zwei glorreiche Halunken". Danach laufen kurze Videosequenzen, und natürlich werden die Musiker gezeigt. Dazu noch ein paar Lichtinstallationen, ein wenig Feuer und ein kleines Feuerwerk am Schluss - mehr brauchte die Band aus San Francisco für ihre Show nicht.

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Quelle: Catherina Hess

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Sänger James Hetfield startet schnell mit "Hardwired" vom aktuellen Metallica-Album. Auch die neuen Stücke "Moth Into Flame", "Spit out the Bone" und "Here Comes Revenge" stehen auf der Setlist. Dazwischen spielt die Band routiniert Songs aus ihrer fast 40-Jährigen Geschichte: "The Unforgiven", "Master of Puppets", "Seek & Destroy", "Creeping Death", "Nothing Else Matters" oder auch "Enter Sandman". Für Anhänger harter Gitarrenriffs ist ebenso etwas dabei wie für die Kuschelfraktion. Ein ganzes Stück lauter hätte die Musik aber sein können - da waren sich viele Fans einig. So wirkte der Auftritt stellenweise eher wie eine Art friedliches Familientreffen statt einer harten, wilden und düsteren Metal-Show, wie man sie von einer Thrash-Metal-Band erwarten würde.

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Quelle: Catherina Hess

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Metallica wollte nah bei den Fans sein, auch wenn die Bühne nicht mehr in der Mitte der Arena stand. Deshalb ragte eine Art Laufsteg in die Arena hinein, auf der die vier Musiker immer wieder auf und ab liefen. Sie genossen so ein Bad in der Menge ohne wirklich hineinspringen zu müssen, was den Sicherheitsleuten sicher eher weniger gefallen hätte.

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Quelle: Catherina Hess

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Dort vorne bei den Fans positionierten sich auch Gitarrist Kirk Hammett (Bild) und Bassist Robert Trujillo, die für die Münchner Fans ein besonderes Geschenk dabei hatten. Die beiden stimmten gemeinsam "Schickeria" von der Spider Murphy Gang an. Wenn eine der bekanntesten Metal-Bands der Welt ein solches Cover vorträgt, kommt das bei vielen der knapp 70 000 Fans im Olympiastadion natürlich gut an. Das kurze Zwischenspiel hat mittlerweile Tradition: In Wien coverte Metallica "Schifoan" von Wolfgang Ambros, in Köln stand "Viva Colonia" auf dem Programm und in Berlin versuchte die Band sich an "Engel" von Rammstein. Und dass Metallica auf die Spider Murphy Gang zurückgreift, ist nicht ganz neu: Letztes Jahr hatten sich Hammett und Trujillo "Skandal im Sperrbezirk" bei ihrem Gastspiel in München ausgesucht.

Metallica Tour 2019 - München

Quelle: dpa

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Metallica kommt gerne nach München, das betonten die Musiker immer wieder. Und für ihr Publikum hatten sie am Freitag noch eine zweite Überraschung parat. Dieses Mal handelte es sich um ein Lied, das selbst von Metallica stammt, die Rocker um Drummer Lars Ulrich aber seit mehr als zwei Jahren nicht mehr gespielt haben. "The Call of Ktulu" hieß das monumentale Instrumentalstück, das die Münchner Fans exklusiv neun Minuten lang erleben durften.

© SZ.de/sim
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