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Cabane Bar:Sprizz mit Limo und "Andiwasser"

Ein wenig erinnert die Cabane Bar an einen amerikanischen Pub aus den Sechzigerjahren.

(Foto: Sebastian Gabriel)

Die Cabane Bar definiert sich eigentlich nicht über ausgefallene Kreationen. Zwei Specials hat sie dennoch im Angebot.

Die Spezialität der Cabane Bar ist der King-Kong Sprizz, eine Eigenkreation von Inhaber Josef Haag: Prosecco, Limettenscheiben, ein Schuss Wasser - und Preiselbeerlimonade. Die Kreation wirkt zunächst vielleicht ein bisschen eigenwillig, ist letzten Ende aber genau das, was ein Sprizz sein sollte: nicht zu süß, erfrischend, spritzig. Die Kreation ist zufällig entstanden, eine Freundin von Haag hat begonnen, die Limonade zu verkaufen, und ihm ein paar Flaschen überlassen. Haag hat dann herumprobiert, die herkömmlichen Sprizz-Zutaten mit der Limo kombiniert, die seinen Aperitif von denen unterscheidet, die man am Odeonsplatz oder auf der Leopoldstraße ausgeschenkt bekommt.

Dass Altbekanntes auf Neues trifft, lässt sich auch bei den Gästen in der Bar in der Theresienstraße 40 beobachten: Ein zusammengewürfelter Pool aus Stammgästen mischt sich mit denen, die spontan auf einen Feierabenddrink vorbeischauen. In der Cabane Bar werden die Tische geteilt, Studenten sitzen neben der Architektengruppe, die einmal in der Woche zum Stammtisch zusammenkommt, Hemdträger neben Mädels mit Bauchtaschen.

"Cabane Bar" in München, 2019

Ein bisschen Sechzigerjahren-Flair hängt an den Wänden.

(Foto: Sebastian Gabriel)

Innen erinnert die Bar ein bisschen an eine amerikanische Bar aus den Sechzigerjahren. An den Wänden hängen Retro-Blechschilder, die für Softdrinks und Schnäpse werben, viele der rund 70 Sitzplätze sind Barhocker.

Die Karte hält - bis auf den King-Kong Sprizz - kaum Überraschungen bereit: Das Augustiner vom Fass gibt es für 3,80 Euro, den Mojito für 8,50 Euro, die Weinauswahl beschränkt sich auf vier rote und vier weiße Weine. Aber über ausgefallene Kreationen definiert man sich in der Cabane Bar auch nicht. "So sind wir nicht", sagt Inhaber Josef Haag, der fast jeden Tag selbst hinter dem Tresen steht. Vielmehr macht die Cabane Bar ein Charme aus, den es in vielen sterilen Hochglanzläden oft nicht mehr gibt.

"Cabane Bar" in München, 2019

Stammgäste, Spontanbesucher - insgesamt ein nett gemischtes Publikum.

(Foto: Sebastian Gabriel)

Haag hat das Lokal vor zehn Jahren von einem Freund übernommen, der inzwischen gestorben ist. Hinter der Theke hängt ein Foto des Freundes, an einer Ecke ein Trauerflor. Auch ein Drink trägt den Namen des Vorbesitzers, der Gin Tonic heißt bei den Stammgästen "Andiwasser". Nach einer halben Stunde am Tresen weiß man das, auch wenn man das erste Mal in der Cabane Bar zu Gast ist.

Theresienstraße 40, 80333 München, 089/283134, Montag bis Donnerstag ab 18 Uhr, www.cabanebar.de