JVA Stadelheim:"Viele Häftlinge können nur beim einstündigen Hofgang den Himmel sehen"

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JVA Stadelheim: Der Innenhof der Justizvollzugsanstalt Stadelheim in München. Manche Häftlinge sehen den Himmel nur beim Hofgang.

Der Innenhof der Justizvollzugsanstalt Stadelheim in München. Manche Häftlinge sehen den Himmel nur beim Hofgang.

(Foto: Sebastian Gabriel)

Marode Zellen, 40 Grad im Sommer, verdreckte Toiletten: Einige Zellentrakte in der Justizvollzugsanstalt Stadelheim sind in desaströsem Zustand. Eine Grünen-Politikerin möchte dies nun ändern.

Von Susi Wimmer

"Die Würde des Menschen ist unantastbar." Diesen Satz hat die Bundesrepublik Deutschland als Artikel 1 in ihrem Grundgesetz zementiert. Doch ausgerechnet im reichen München prangert die Landtags-Abgeordnete Anne Franke (Grüne) "menschenunwürdige Zustände" an: und zwar im Knast. In den Zellen im maroden Ost- und Westbau der Justizvollzugsanstalt (JVA) Stadelheim werde es beispielsweise im Sommer über 40 Grad heiß, Fenster seien so hoch verbaut, dass ein Blick ins Freie unmöglich sei. Ein Ersatzbau während der Neubauphase, der auf dem Gelände in Stadelheim angedacht ist, werde von der Staatsregierung "seit Jahren verzögert", sagt Franke. Im Justizministerium heißt es allerdings nach einer SZ-Anfrage, das Projekt werde "aufgrund der Dringlichkeit priorisiert verfolgt".

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