Pilotprojekt in München:Der Gärtnerplatz bekommt eine Partyampel

Die Polizei ist seit Längerem verstärkt am Gärtnerplatz präsent, wie auf diesem Foto im Juni 2020.

In lauen Sommernächten wird es auf dem Gärtnerplatz oft so voll, dass die Polizei einschreiten muss. Nun testet die Stadt ein neues Warnsystem.

(Foto: Sebastian Gabriel)

Wer an dem beliebten Hotspot feiern will, kann künftig im Internet nachschauen, wie voll es dort ist. So richtig digital wird die Ampel aber mangels Geld und Zeit noch nicht.

Von Heiner  Effern und Anna Hoben

Rot, gelb oder grün fürs Feiern - noch im Mai soll die neue Partyampel für den Gärtnerplatz kommen. Dann können Münchnerinnen und Münchner anhand der Signalfarbe auf muenchen.de erkennen, ob es sich lohnt, sich noch auf den Weg zum beliebten Partyhotspot zu machen. Das gab IT-Referent Thomas Bönig im Stadtrat bekannt. In den vergangenen Jahren und vor allem im letzten Pandemiesommer war der Gärtnerplatz an warmen Abenden Ziel für viele Feiernde und oftmals überfüllt, weshalb ihn die Polizei wegen der nicht eingehaltenen Abstände mehrmals räumen musste. Steht nun die Ampel auf gelb oder rot, so hofft die Stadt, suchen sich die Partyfreunde einen anderen Ort und das Feier-Geschehen wird entzerrt.

Die Grünen machten am Mittwoch dazu noch einen weiteren Vorschlag. Sie beantragten, dass während der Corona-Zeit am Gärtner- und am Wedekindplatz ein kulturelles Programm stattfindet oder Wirte zusätzliche Gastronomieflächen erhalten sollen. Die Erfahrung habe gezeigt, dass bei solchen Angeboten die Infektionsschutzregeln gut eingehalten würden. So könnten Alkoholverbote oder Räumungen von Plätzen künftig vermieden werden. Voraussetzung für mehr Kultur und Gastro an diesen Plätzen sei, dass beides erschwinglich sein müsse, heißt es in dem Antrag.

Ursprünglich hatte der Stadtrat an fünf beliebten Plätzen der Stadt eine Partyampel einrichten wollen, das scheiterte jedoch am Aufwand und am Geld. Deshalb blieb nur der Gärtnerplatz als Pilotprojekt für die sogenannte Füllstandsanzeige, wie die Ampel im Verwaltungsdeutsch heißt. An den Partyhotspots dachte man bei diesem Begriff unweigerlich an eine Art Alkoholpegel-Schautafel, vielleicht mit zeitlichem Verlauf, ähnlich den Inzidenzkurven. So schlecht würde es das gar nicht treffen: Denn es ist ein großer Teil des Problems, dass oft mehr Alkohol konsumiert wurde als für das Einhalten der Corona-Schutzmaßnahmen gut war.

Tatsächlich ist es zurzeit so, dass zwischen 18 Uhr abends und sechs Uhr morgens ein Alkoholverbot gilt am Gärtnerplatz, genauso wie am Wedekindplatz in Schwabing. Und tatsächlich ist es so, dass die Füllstandsanzeige sich nur auf die Anzahl der Menschen auf dem Platz bezieht. So richtig digital wird die Ampel aber mangels Geld und Zeit noch nicht. Mitglieder des Kommunalen Außendiensts werden von Donnerstag bis Sonntag drei bis vier mal kontrollieren, wie viele Menschen am Gärtnerplatz sind. Sie geben ihren Eindruck dann per Hand ins System ein, das auf der Münchner Homepage die aktuelle Farbe anzeigt.

© SZ vom 20.05.2021/van/baso
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