Flughafen München:Alligator in Frischhaltefolie - "Jetzt geht es dem Tier wieder gut"

Lesezeit: 1 min

Flughafen München: Ein Albino-Alligator in einem Zoo in Westfrankreich.

Ein Albino-Alligator in einem Zoo in Westfrankreich.

(Foto: Charly Triballeau/AFP)

Am Münchner Flughafen war im September ein lebendes Krokodil in einem Koffer gefunden worden, komplett in Folie eingewickelt. Auf der Reptilienauffangstation wurde es wieder aufgepäppelt.

Eingepackt in Frischhaltefolie hatte ein Reisender am Flughafen München einen lebenden Albino-Alligator nach Singapur schmuggeln wollen - inzwischen ist das Krokodil von Tierpflegern wieder gesund gepflegt worden. Das teilte Thomas Meister, Sprecher des Münchner Hauptzollamts, am Donnerstag mit.

Das Tier war Ende September in einem viel zu kleinen Koffer entdeckt worden, wie das Hauptzollamt und die Bayerische Kontrollbehörde für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen am Mittwoch berichtet hatten. Der Alligator war demnach komplett mit Frischhaltefolie umwickelt und fixiert. Nur die Nasenlöcher des Tieres seien frei gewesen. Es habe akute Lebensgefahr bestanden.

Mitarbeiter der Sicherheitskontrolle stutzten demnach über ein ungewöhnliches Röntgenbild und alarmierten umgehend die Zollbeamten. Zusammen mit einem Tierarzt befreiten die Zöllner das Tier und übernahmen die Erstversorgung. Das etwa ein Meter lange Krokodil sei dann in einer Auffangstation für Reptilien weiter aufgepäppelt worden. "Jetzt geht es dem Tier wieder gut", sagte Meister.

Der Zoll hatte die Entdeckung vom September erst jetzt veröffentlicht, um die Ermittlungen zu den Hintergründen des Schmuggels nicht zu gefährden. Gegen den aus den USA kommenden 42 Jahre alten Reisenden wurde ein Strafverfahren wegen eines Verstoßes gegen das Artenschutz- und Tierschutzgesetz eingeleitet. Die Ermittler verlangten eine hohe fünfstellige Sicherheitszahlung von ihm und beschlagnahmten das Handy des Mannes. Danach durfte er nach Singapur weiterreisen. In Asien werden den Angaben zufolge für weiße Alligatoren bis zu 75 000 Euro bezahlt.

Zur SZ-Startseite

Tiere in München
:"Es gibt hier auch Schlangen, was mich persönlich total freut"

Kreuzottern, Molche und Eidechsen: In München können einem deutlich mehr Reptilien und Amphibien begegnen als früher. Experte Markus Baur weiß, warum das so ist - und wie man sich bei einer Sichtung verhalten sollte.

Lesen Sie mehr zum Thema