Coronavirus in München:Inzidenz zu niedrig: Bundeswehr hilft beim Zählen

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Coronavirus - Bayern

Coronavirus - Bayern 08.11.2021, Bayern, München: Passanten laufen an einem Impfzentrum in der Innenstadt vorbei. Foto: Sven Hoppe/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

(Foto: dpa)

Die Stadt meldet mit 98,2 den niedrigsten Wert in Bayern, tatsächlich dürfte er deutlich höher liegen. Nun räumt das Gesundheitsreferat einen Verzug bei den Meldungen ein - und bekommt Unterstützung.

Von Sören Müller-Hansen und David Costanzo

Überall steigt die Inzidenz auf Rekordhöhen - nur in München sinkt sie angeblich unter 100. Die Stadt meldete am Montag, dass rechnerisch 98,2 Menschen pro 100 000 Einwohnerinnen und Einwohner in der vergangenen Woche positiv auf das Coronavirus getestet worden sein sollen. Kann das stimmen?

Tatsächlich liegt dieser Wert zu niedrig, wie das Gesundheitsreferat nun einräumt. Es komme zum Verzug bei der Eingabe der Daten, Fälle würden dem Robert-Koch-Institut (RKI) nachgemeldet - aber dann nicht mehr der Inzidenz zugerechnet. Eine rückwirkende Datenanalyse der SZ zeigt, dass der Wert inklusive Nachmeldungen vor einer Woche schon höher als 230 lag, während die Stadt eine Inzidenz von 140 angab. Aktuell dürfte diese nicht um 100, sondern ähnlich hoch wie in den benachbarten Kreisen zwischen 180 und 250 liegen.

Ursache ist die Berechnungsmethode des RKI, die langsame Wege durch die Behörden mit einer niedrigeren Inzidenz belohnt. In diesen Wert fließen die Infektionen der vergangenen sieben Tage ein. Wenn eine Meldung aber mehr als eine Woche bis nach Berlin braucht, fällt sie aus der Inzidenz. Aus diesem Grund sind die aktuellen Werte überall in Deutschland zu niedrig. In München ist die Abweichung aber extrem groß - und sie wuchs im Lauf des Oktobers deutlich.

Die Stadt erklärt dies mit den derzeit sehr vielen Fällen und dem Aufwand, weil pro Fall mehrere Labor-Ergebnisse bearbeitet werden müssten, anders als zu Beginn der Pandemie etwa die Untersuchung der Varianten. Da die städtischen Mitarbeiter dies nicht mehr bewältigen könnten, seien seit Montag wieder Bundeswehrsoldaten im Einsatz. Das Gesundheitsreferat hofft, so auf absehbare Zeit wieder auf den tagesaktuellen Stand zu kommen.

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