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Alltag mit Prothesen:Auf ihrem Blog schreibt sie, wie es ist, mit Prothesen nach Thailand zu reisen

Diesen langen Weg vom Krankenhaus zurück in ihren Alltag beschreibt Daniela Maier heute auf ihrem Blog "Perspektivenwechseln - von Anwendern für Anwender". Ihre Seite ist ein Ratgeber für andere Betroffene und Angehörige, die lernen müssen, mit der neuen Situation umzugehen. "Bei jungen Leuten gibt es relativ wenige Quellen oder Personen, mit denen man sich identifizieren und austauschen kann", sagt Daniela Maier, "das ist ein großes Feld an Themen, das plötzlich auf mich zugekommen ist." Ob Laufen, Schwimmen oder Autofahren mit Handgas, all das musste Daniela Maier auf Prothesen noch einmal neu lernen.

"Wenn man das Glück hat, sich nach so einem schweren Schicksalsschlag zu regenerieren, dann sollte man, wenn man Kraft dazu hat, das wieder ein Stück zurückgeben", sagt Daniela Maier. Ihr Vorbild ist Amy Purdy, Model und paralympische Snowboarderin, die mit 19 Jahren ihre beiden Unterschenkel verloren hat und sich 20 Jahre später für Menschen mit Prothesen engagiert. Amy Purdy gründete einen Verein, der sich um Betroffene kümmert, die wieder snowboarden wollen.

Auch Daniela Maier möchte etwas zurückgeben, deswegen ist sie Teil von "Peers im Krankenhaus". Jetzt ist sie es, die Menschen, die selbst vor einer Amputation stehen, berät - Daniela Maier hat, wie ihr Blog titelt, wortwörtlich die Perspektive gewechselt. "Ich hatte die Möglichkeit damals nicht, vor meiner OP diese Fragen einem Betroffenen stellen zu können, aber das hätte mir einfach so viel Ängste und Sorgen genommen", erzählt sie.

Auf ihrem Blog schreibt sie, wie es ist, mit Prothesen nach Thailand zu reisen, warum Panzertape in ihrem Handgepäck nicht fehlen darf oder warum sie das Wort "behindert" im Alltag stört. Ihr nächstes Ziel ist es, aus eigener Kraft auf eine richtige Bergtour zu gehen. Einen Traum hat sie sich schon erfüllt: Im April 2018, eineinhalb Jahre später als geplant, reiste sie nach New York und stand ganz oben auf dem Empire State Building - auf ihren Prothesen.

© SZ vom 27.09.2019/amm
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