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Au:Ein bisschen Dult gibt's digital

Behördenchef mit Banner: Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner vor der Mariahilfkirche.

(Foto: Stephan Rumpf)

Plakataktion zeigt, wie Händler und Schausteller unterstützt werden können

Eigentlich könnte man dringend ein paar Sneakers gebrauchen. Vielleicht sogar ein Paar Füßlinge für Ballerinas. Oder doch eher ein paar gute Schneidemesser? Auf der Auer Maidult gäbe es das alles. Inclusive Ambiente: dem Duft von gebrannten Mandeln, dem Plaudern am Standl, den echt bayerischen Anpreisungen - eben für jene Sneakers. Doch darauf müssen Dultgänger nun verzichten, der traditionelle Markt wurde abgesagt. Was das für die Händler bedeutet, ist noch nicht abzusehen. Denn ob Trödel, Schneidebrett oder Süßigkeiten am berühmten Trambahnwaggon der "Süßen Linie 8" - für alle ist der Ausfall ein immens hoher finanzieller Verlust und gleiche "praktisch einem "Berufsverbot", wie Waggon-Besitzer Rudolf Stey unlängst traurig erklärte.

Doch so ganz wollen sich alle Dult-Liebhaber nicht geschlagen geben. Auch nicht die Stadt München. Sie will die Dult sichtbar in die Herzen der Bürger pflanzen und die Händler unterstützen. Zumindest mit großen Bannern, die der Referent für Arbeit und Wirtschaft sowie Dult-Chef Clemens Baumgärtner am Freitag am Bauzaun der Mariahilfkirche mit anbrachte. Auf ihnen sind die digitalen Einkaufsmöglichkeiten der Dulthändler aufgeführt - damit Trödel-Liebhaber sie online unterstützen können. Und ein Harlekin mit grünem Spitzhut, der mit Süßigkeiten und anderen Dingen in einem buntem Keramikkrug steckt, wirbt auf einem Plakat für eine Gutscheinaktion der Marktkaufleute und Schausteller unter dem Motto "Dult ist Kult". Es gibt Wertgutscheine in Höhe von zehn Euro zum Preis von neun Euro. Diese können dann bei der nächsten Dult eingelöst werden. Bestellungen sind beim Bayerischen Landesverband der Marktkaufleute und Schausteller e.V. per Mail an info@blv-muenchen.de möglich oder unter der Telefonnummer 260 89 94. Auf der Webseite www.auerdult.de ist sogar Online-Trödeln möglich - leider ohne "Gebrannte-Mandel-Duft".

© SZ vom 25.04.2020 / ole

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