Fußgängerzone:Novartis zieht in der Alten Akademie ein

Fußgängerzone: Der Pharmakonzern Novartis mietet sich in der Alten Akademie ein. Die Simulation zeigt, wie der Komplex in der Fußgängerzone nach der Sanierung aussehen soll.

Der Pharmakonzern Novartis mietet sich in der Alten Akademie ein. Die Simulation zeigt, wie der Komplex in der Fußgängerzone nach der Sanierung aussehen soll.

(Foto: Signa)

Der Schweizer Pharmakonzern mietet die gesamten Büroflächen in dem historischen Komplex an der Neuhauser Straße, den der Signa-Konzern von René Benko saniert. Die Miete soll rekordverdächtig hoch sein.

Von Catherine Hoffmann und Sebastian Krass

Erster großer Mieter für die Alte Akademie: Der Basler Pharmakonzern Novartis wird für seine Deutschlandtochter einen Sitz in der Münchner Fußgängerzone einrichten. Man habe mit dem Unternehmen "einen langfristigen Mietvertrag über 9350 Quadratmeter Bürofläche" abgeschlossen, teilte die Immobiliensparte des Signa-Konzerns, hinter dem der österreichische Unternehmer René Benko steht, am Dienstag per Pressemitteilung mit. "Mit dem Abschluss sind bereits weit vor Fertigstellung der Traditionsimmobilie alle Büroflächen vergeben", sagt Tobias Sauerbier, Geschäftsführer von Signa Real Estate. Über die Höhe der Miete macht Signa keine Angaben. Aus der Münchner Immobilienbranche heißt es, dass Novartis etwa 50 Euro pro Quadratmeter zahle - damit wäre dieser Deal in Kombination mit der Flächengröße bisher einzigartig in München. Der durchschnittliche Preis für Büro-Neuvermietungen in der Innenstadt liegt bei etwa 40 Euro, ein Preis von 50 Euro wurde bisher nur für deutlich kleinere Flächen gezahlt.

Signa übernahm den denkmalgeschützten Komplex der Alten Akademie im Jahr 2013 im Erbbaurecht über 65 Jahre vom Freistaat. Derzeit läuft eine umfassende Sanierung, die Fertigstellung ist für 2023 geplant. Am Ende sollen neben den Büroflächen, die Platz für etwa 500 Arbeitsplätze bieten, auch 60 Mietwohnungen sowie Flächen für Einzelhandel und Gastronomie entstehen. Bei den Ladenflächen allerdings muss Signa mit dem aktuellen Trend umgehen, dass die Mieten in der Münchner Innenstadt deutlich sinken. Eine Anfrage dazu ließ Signa unbeantwortet.

Novartis sieht in einer neuen Dependance in München "eine sehr gute Ergänzung zu unserem Firmensitz Nürnberg". Die Stadt überzeuge "mit einem attraktiven Arbeitsmarkt". Zudem habe man mit dem neuen Büro einen noch persönlicheren Zugang zu dem besonders interessanten Medical Cluster in und um München. So falle es leichter, den Dialog mit Partnerinnen und Partnern vor Ort zu intensivieren.

In Deutschland beschäftigt Novartis an zehn Standorten rund 7000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, rund 1000 davon in Nürnberg. Ziel des Unternehmens ist es, künftig "zwei gleichwertig starke Standorte in Nürnberg und München aufzubauen". Damit soll schon im Januar in einem Interimsgebäude begonnen werden, bevor Novartis nach Abschluss der Baumaßnahmen 2024 die Alte Akademie beziehen wird. Der Pharmakonzern ermöglicht es seinen Beschäftigten, ihren Arbeitsort frei zu wählen und selbst zu entscheiden, wann sie in den Büros zusammenkommen. Damit das in der Praxis auch funktioniert, habe man Büros in zentraler Innenstadtlage und zugleich in Bahnhofsnähe ausgewählt.

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