Neuer Forschungs- und Bibliotheksverbund:Forschen ohne Grenzen - ein Internetportal macht's möglich

Neuer Forschungs- und Bibliotheksverbund: Mehr als eine Million Bücher auf Knopfdruck verfügbar: Das macht ein neues Internetportal möglich.

Mehr als eine Million Bücher auf Knopfdruck verfügbar: Das macht ein neues Internetportal möglich.

(Foto: Imago/imago images/Shotshop)

Mehr als eine Million Bücher auf Knopfdruck? Durch den neuen Verbund "MAIA" können die Bestände von fünf Münchner Bibliotheken und Instituten durchsucht und bestellt werden.

Von Julian Gülker

Forscht einer im Museum Fünf Kontinente und braucht ein Buch aus dem Zentralinstitut für Kunstgeschichte - was tun? Der neue Bibliotheksverbund "MAIA" bietet eine Lösung: In einem Internetportal versammelt er die Bestände von fünf Münchner Instituten und Bibliotheken aus den Bereichen der Ägyptologie, Archäologie, Ethnologie und Kunstgeschichte.

Hier können die mehr als eine Million Bücher nicht nur durchsucht, sondern von Dienstag, 2. Mai, an auch an die einzelnen Standorte bestellt und zeitnah geliefert werden. Beteiligt sind das Institut für Ägyptologie und Koptologie sowie das Institut für Klassische Archäologie der LMU München, das Museum Fünf Kontinente, das Zentralinstitut für Kunstgeschichte und das Bayerische Nationalmuseum. Das Projekt kooperiert zudem mit der Bayerischen Staatsbibliothek.

Da die Einzelbestände nach unterschiedlichen Schwerpunkten zusammengestellt sind, ergänzen sie sich thematisch. MAIA liegt damit ganz im Trend der Wissenschaft, dem interdisziplinären Arbeiten: "Die Grenzen von Zeiten, Orten und Fächern sind bislang auch Grenzen der Verfügbarkeit von Literatur gewesen. Wir wollen eine innovative Forschungsumgebung jenseits dieser Grenzen schaffen", sagt Ulrich Pfisterer vom Zentralinstitut für Kunstgeschichte.

Ein Fallbeispiel: Wie hängen menschliche und nicht-menschliche Kulturen der Tarnung zusammen? Dass derartige Fragen die Zusammenarbeit verschiedener Disziplinen erfordern, hat Carolin von Eck in ihrem Vortrag auf der Eröffnungsveranstaltung von MAIA gezeigt. Für ihre Recherche hat die Professorin an der University of Cambridge - selbstredend - das neue Portal genutzt. MAIA verfolgt nicht zuletzt einen inklusiven Ansatz, indem der barrierefreie Bestellservice besonders behinderten Menschen die Forschungsarbeit erleichtert. In Zukunft sollen dem Verbund möglichst weitere Bibliotheken beitreten und das Angebot erweitern.

MAIA-Portal, www.maiaresearch.org

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