Siedlung Ludwigsfeld:Gegen gesichtslose Wohnsilos

Vor einer Betonwüste haben nicht nur die Bewohner der Siedlung Ludwigsfeld Angst. Auch die Rathaus-Fraktion von ÖDP/München-Liste hat jetzt in einem Stadtratsantrag gefordert, den grünen Charakter der historisch gewachsenen Siedlung am nordwestlichen Stadtrand zu erhalten. Bei der geplanten Nachverdichtung seien pro Einwohner wenigstens 40 Quadratmeter Grünfläche vorzusehen, so die Forderung. Eine Verdreifachung der Bewohnerzahl lehnt die Fraktion ab. Die Politiker fürchten, dass bei einer Aufstockung um bis zu 5000 Menschen vom Charakter der 32 Hektar großen Siedlung nichts mehr übrig bleiben werde. Die Angst der Betroffenen, aus ihrer Heimat könne "ein weiteres seelen- und gesichtsloses Wohnsilo" werden, drückte sich auch in einer Kundgebung an Ort und Stelle aus. Etwa 300 Ludwigsfelder versammelten sich dazu am Ende der Woche - unter dem Eindruck des Ukraine-Kriegs allerdings nicht mit Trommeln und Gesängen, sondern weitgehend schweigend. Dabei wurde die Kernforderung einer verträglichen Bebauung durch maximal 1000 zusätzliche Wohnungen einmal mehr wiederholt.

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