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Mietspiegel für Garching:Teurer als in München

Mietshaus in Berlin

Garching hat einen qualifizierten Mietspiegel.

(Foto: dpa)

Laut dem neuen Mietspiegel werden in Garching in neuen Verträgen durchschnittlich 11,68 Euro pro Quadratmeter verlangt. Seit 2014 ist dieser Wert um 5,4 Prozent pro Jahr gestiegen.

Von Gudrun Passarge, Garching

Als einzige Kommune im Landkreis leistet sich die Stadt Garching einen qualifizierten Mietspiegel. Gerade hat der Stadtrat die neueste Fassung verabschiedet. Die Durchschnittsmiete liegt demnach bei 11,68 Euro pro Quadratmeter, seit 2014 ist der Preis damit um 5,4 Prozent pro Jahr angestiegen.

Um den Mietspiegel zu erheben, hat die Verwaltung 7023 Personen angeschrieben. 1258 Fragebögen kamen zurück, davon wurden am Schluss 508 Fragebogen durch das ALP Institut für Wohnen und Stadtentwicklung ausgewertet. In die Untersuchung wurden nur Haushalte aufgenommen, die in den vergangenen vier Jahren ihr Mietverhältnis gewechselt haben. Johannes Promann erläuterte als Vertreter des ALP Instituts einige Einzelheiten. So merkte er an, dass das Niveau des Garchinger über dem des Münchner Mietspiegels liege, was er auf den qualitativ besseren Wohnbestand zurückführte.

Sieglinde Schmolke, stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende, wunderte sich dennoch über die Durchschnittszahl. Ihrer Erfahrung nach wären Wohnungssuchende glücklich, wenn sie solche Angebote fänden. Viele seien durchaus mit Mietforderungen von 15 bis 20 Euro konfrontiert.

Neun Prozent Aufschlag auf die Miete

Albert Biersack (CSU) monierte dagegen, dass die energetische Sanierung keinen Niederschlag in dem Werk finde. Für Parkettböden könne der Vermieter neun Prozent Miete draufschlagen, aber nichts für neue Energien. "Wie soll ich hier einem Hausbesitzer erklären, er soll seine Wohnung energetisch sanieren?". Josef Euringer, Fraktionschef der Bürger für Garching und selbst Energieberater, machte den Vorschlag, künftig die Angaben des Energieausweises zu berücksichtigen.

Aber Promann erklärte, die Fragebogen richteten sich rein an Mieter und über die komme man selten an energetische Daten. Die Vermieter hätten ja noch eine Mietspiegelspanne von 16 Prozent, sagte Promann, "da kann man die ein oder andere Maßnahme einrechnen".

Der Mietspiegel wurde gegen die Stimmen der drei CSU-Stadträte Albert Biersack, Salvatore Disanto und Manfred Kick verabschiedet. Vertreter des Mietervereins sowie des Siedler- und Eigenheimerbunds Garching hatten bereits zuvor ihr Einverständnis erklärt. Damit ist der neue Mietspiegel jetzt gültig. Er soll Vermietern und Mietern einen verlässlichen Rahmen zur Orientierung vorgeben.

Abzüge für die Wohnung im sechsstöckigen Gebäude

Auch ein Beispiel für eine 70-Quadratmeter-Wohnung ist angegeben. Baujahr 1982, Fliesen und Parkett, ein Bad, kein Garten, kein Stellplatz. Abzüge gibt es dafür, dass es ein sechsstöckiges Gebäude ist und die U-Bahn 1200 Meter entfernt liegt, das Baujahr 1982 bedeutet ein Minus von sieben Prozent. Positiv wirken sich eine bessere Badausstattung und die Parkettböden aus. Nach Berechnungen des Mietspiegels dürfte der Vermieter letztendlich 696,70 Euro verlangen, die ortsübliche Vergleichsmiete in Garching liegt bei 9,95 Euro pro Quadratmeter.

© SZ vom 30.04.2018/belo
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