Unterschleißheim:Vereint für die Luftretter

Lesezeit: 2 min

Unterschleißheim: Christoph 1 war der erste in Deutschland eingesetzte zivile Rettungshubschrauber. Der Betrieb wird mit Hilfe privater Spendengelder ermöglicht.

Christoph 1 war der erste in Deutschland eingesetzte zivile Rettungshubschrauber. Der Betrieb wird mit Hilfe privater Spendengelder ermöglicht.

(Foto: Peter Kneffel/dpa)

Ein Förderverein unter Altbürgermeister Rolf Zeitler sichert mit Spenden die Einsatzbereitschaft des Rettungshubschraubers Christoph 1.

Von Bernhard Lohr, Unterschleißheim

Wie viele Leben wurden gerettet? Wie vielen Menschen in höchster Not wohl geholfen? Der am Klinikum in Harlaching stationierte Rettungshubschrauber Christoph 1 ist legendär. Und vielen gilt es als selbstverständlich, dass sie bei schweren Unfällen etwa darauf hoffen dürfen, dass schnelle Hilfe aus der Luft zu ihnen kommt. Doch die Luftrettung musste auch erst aufgebaut werden. Christoph 1 wurde als erster ziviler Rettungshubschrauber in der Bundesrepublik Deutschland am 1. November 1970 in Dienst gestellt. Und bis heute trägt ein in Unterschleißheim ansässiger Förderverein dazu bei, dass der Heli an 365 Tagen rund um die Uhr mit qualifiziertem Personal abheben kann.

Betreiber des Hubschraubers ist die ADAC Luftrettung gGmbH in München, die die Piloten und die Bordtechniker stellt. Träger ist der Rettungszweckverband München. Die fliegenden Notärzte sind Chirurgen, Anästhesisten und Internisten aus dem Klinikum Harlaching, die Notfallsanitäter stammen laut Angaben des Fördervereins, dem der ehemalige Unterschleißheimer Bürgermeister Rolf Zeitler vorsteht, von der Berufsfeuerwehr München. Die zuständige Rettungsleitstelle ist die Integrierte Leitstelle München. Mehr als 1500 Einsätze flog Christoph 1 im Jahr 2019, er hob also mehr als vier Mal am Tag zu Flügen ab.

Im Rathaus wird über die Gelder des Fördervereins gewacht

Der Förderverein wurde Anfang 2005 gegründet, weil die Luftrettung konkret unterfinanziert war. Bürgerschaftliches Engagement war also gefragt. So scheiterte eine Sanierung des Hangars für den Hubschrauber am fehlenden Geld, auch konnten damals keine benötigten neuen Gerätschaften angeschafft werden. Und es hakte bei einer angemessenen Weiterbildung des Dienstpersonals mangels ausreichender Zuschüsse und Fördermittel.

Mittlerweile hat sich viel verändert. Bis heute sitzt im Unterschleißheimer Rathaus jemand, der schaut, dass Spenden hereinkommen und richtig weitergegeben werden. Der dortige Geschäftsleiter Thomas Stockerl ist Schatzmeister im Förderverein und berichtet, dass man in der Vergangenheit zum Beispiel ein geländegängiges Einsatzfahrzeug zur logistischen Unterstützung des Hubschraubers bei Notfall- oder Übungsflugeinsätzen habe anschaffen können. Eine Kletterwand ermöglicht es Einsatzkräften, sich am mittlerweile neuen Hangar in Harlaching fit zu halten. Laufend würden technische und medizinische Gerätschaften angeschafft, aber auch modernste notfallmedizinische Aus-, Fort- und Weiterbildungen finanziert.

Ganz aktuell wurden diese Aktivitäten wieder durch einen hohen Spendenbetrag unterstützt. Zum zweiten Mal hat laut Stockerl die in München ansässige Stiftung Hubert Beck zur Ausbildungsförderung 7000 Euro überwiesen. Das Geld werde in die Aus- und Weiterbildung des Rettungspersonals gesteckt.

Zur SZ-Startseite

SZ PlusExperiment im Oktoberfest-Zelt
:Mit UVC-Licht gegen Luftkeime

Das Fraunhofer-Institut hat während der Wiesn kleine Geräte an der Decke des Schottenhamel-Zelts aufgehängt, die Viren zerstören. Die Ergebnisse sind beeindruckend.

Lesen Sie mehr zum Thema