Ortsplanung:Planegg beharrt auf Vorkaufsrecht für Heide-Grundstück

Lesezeit: 2 min

Ortsplanung: Nach dem Abriss der Gaststätte Heide-Volm ist weiter unklar, wie es mit dem Grundstück weitergeht.

Nach dem Abriss der Gaststätte Heide-Volm ist weiter unklar, wie es mit dem Grundstück weitergeht.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Bürgermeister Nafziger will die Interessen der Gemeinde bei der Bebauung des Areals am S-Bahnhof wahren - öffentlich darüber diskutieren möchte er nicht.

Von Rainer Rutz, Planegg

Wer bekommt den Zuschlag für das 14 000 Quadratmeter große Heide-Grundstück am Planegger S-Bahnhof: die Gemeinde oder ein privater Investor? Über diese zentrale Frage wird hinter verschlossenen Türen zurzeit heftig gerungen. Planeggs Bürgermeister Hermann Nafziger (CSU) ist sich sicher, dass noch heuer eine Entscheidung fallen wird. Zwar stehe noch kein endgültiger Investor fest, sagte er der SZ, er bekomme aber permanent Anfragen. Außerdem habe er "einen Plan".

Wie der genau aussieht, will der Bürgermeister zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. Auch eine öffentliche Diskussion des Themas im Gemeinderat, wie sie von einigen gefordert wird, hält er nicht für sinnvoll. Klar ist aber, dass die Gemeinde das Vorkaufsrecht für das Filetgrundstück weiterhin nutzen will. Dass ein privater Investor vermutlich deutlich mehr Geld bieten kann als die Gemeinde, scheint auch Nafziger klar, dennoch bleibe "die Kommune der Akteur", sagt er. Will heißen: Die Vorstellungen der Gemeinde, wie sie sich auch in diversen Architektenwettbewerben zeigen, sollen in eine Bebauung unbedingt einfließen. Dazu gehören neben dem Bau eines großen Discounters auch Wohnungen, gleichgültig in welchem Modell, die bezahlbar sind.

Unter dem früheren Bürgermeister Heinrich Hofmann (SPD) hatte der damalige Gemeinderat mehrfach betont, dass man sich gut vorstellen könne, ohne einen Investor zu bauen. 15 Millionen Euro hat Planegg zunächst auf die hohe Kante gelegt, um das Grundstück zu kaufen - ein Betrag, der nicht ausreichen wird. "Jedenfalls werden wir als Gemeinde entscheiden, wo es hingehen soll", sagt Nafziger. Sollte die Gemeinde den Zuschlag erhalten, "werden wir sofort Stoff geben, schnellstens einen Bebauungsplan aufstellen, das dauert natürlich erst einmal". In der Zwischenzeit, so Nafziger, könne man mit der Bebauung des nördlichen Teils des Grundstücks beginnen. Mit dem Discounter Edeka sei man jedenfalls "nach wie vor im Gespräch." Nafziger will Druck machen: "Seit 15 Jahren soll hier gebaut werden, es passiert aber gar nichts." Die Polizei habe abgesagt, sie will mit ihrer neuen Dienststelle nicht an den Bahnhof: "Die sind ums Eck", meinte der Bürgermeister, das mache die Planung leichter. "Ich bin jedenfalls optimistisch."

Ein Antrag aus dem Gemeinderat macht Nafziger "das Leben nicht gerade leicht"

Weniger erfreut zeigte sich Nafziger über einen aktuellen Antrag der Gemeinderäte Angelika Lawo (Grüne Gruppe 21), Cornelia David (Freie Wähler) und Peter von Schall-Riaucour (Pro Planegg und Martinsried). Sie wollen durchsetzen, dass die gesamte Thematik der Heide-Bebauung öffentlich im Gemeinderat diskutiert wird. Sie berufen sich dabei auf angeblich laufende Gespräche mit einem Investor: "Sollte der Investor mit der Familie Heide einig werden, dann läuft für die Gemeinde eine Frist von drei Monaten zur Entscheidung über das Vorkaufsrecht. Diese Zeit ist knapp bemessen", finden die drei Gemeinderäte. Da das Projekt für "Planegger Bürger von erheblichem Interesse" sei, wünsche man eine Präsentation bereits im "Projektstadium, um schon früh Bürgerbeteiligung durch Transparenz zu ermöglichen." Nafziger aber will lieber ohne Öffentlichkeit weiterverhandeln: "Dieser Antrag macht mir das Leben nicht gerade leicht", sagt er.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema