Reaktion auf Missbrauchsgutachten:Pfarrverband "Vier Brunnen" fordert Reformen

Katholiken aus dem südöstlichen Landkreis München erwarten schnelle Neuordnung von Macht und Gewaltenteilung in der Kirche und die Abkehr vom Zölibat.

Der Pfarrverband "Vier Brunnen" fordert als Reaktion auf das Münchner Missbrauchsgutachten grundlegende Reformen in der katholischen Kirche. Das Gutachten über sexuelle Gewalt im Erzbistum München und Freising habe "bei uns persönlich und unseren Pfarrangehörigen und praktizierenden Christen, wie bei vermutlich allen Pfarreien und Pfarrverbänden in unserer Erzdiözese, großes Entsetzen, Scham, Empörung und tiefe Enttäuschung ausgelöst", heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme des Pfarrverbands, die von den Vorsitzenden des Pfarrverbandsrats, Johanna Feldmeier und Andrea Hopf, den Kirchenpflegern Thomas Maier und Christian Hopf, Pfarrer Martin Ringhof und Verwaltungsleiter Clemens Hachmöller unterschrieben ist. Dem Pfarrverband gehören katholische Kirchengemeinden in Ottobrunn, Hohenbrunn, Putzbrunn und Grasbrunn an.

Man unterstütze "vollumfänglich" die Vorschläge des Synodalen Wegs, heißt es in der Stellungnahme. Diese betreffen unter anderem eine Neuordnung von Macht und Gewaltenteilung in der Kirche, die Abkehr vom Zölibat und die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen. Es müssten Strukturen in der katholischen Kirche entwickelt und umgesetzt werden, "die sexueller und geistlicher Gewaltausübung sowie Fehlentscheidungen der kirchlichen Amtsträger vorbeugen und transparente Entscheidungen im Dienst am Menschen ermöglichen". Der Pfarrverband setzt sich dafür ein, dass in der dritten Vollversammlung des Synodalen Wegs vom 3. bis 5. Februar in Frankfurt die notwendigen Schritte auf dem Weg zur Reform der kirchlichen Machtstrukturen beschlossen werden.

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