Sport:Das Ziel immer fest im Blick

Sport: Fritz Heienbrock mit seinem Stock vor der Hütte, die er und andere gemeinsam aufgebaut haben.

Fritz Heienbrock mit seinem Stock vor der Hütte, die er und andere gemeinsam aufgebaut haben.

(Foto: Claus Schunk)

Fritz Heienbrock hat fast 20 Jahre die Abteilung der Stockschützen beim TSV Neubiberg-Ottobrunn geleitet. Der Sport begeistert ihn noch immer.

Von Daniela Bode, Neubiberg/Waldperlach

Damit Dinge ins Laufen kommen und am Laufen bleiben, braucht es Leute wie Fritz Heienbrock. Die sich mit Nachdruck dafür einsetzen, was ihnen wichtig ist. Das Herz des mittlerweile 81-Jährigen aus München-Waldperlach schlägt seit Langem fürs Stockschießen. Und so kam es, dass er fast 20 Jahre lang die Abteilung der Stockschützen im TSV Neubiberg-Ottobrunn geleitet hat, die er 2003 auch mitgegründete. Beim Neujahrsempfang hat die Gemeinde Neubiberg sein Engagement mit der Ehrenmedaille honoriert. Von Landrat Christoph Göbel (CSU) war er auch schon ausgezeichnet worden.

Dass Heienbrock sich so lange mit Herzblut für die Abteilung einsetzte, war einerseits dem Zufall geschuldet, aber auch seiner Art, nicht locker zu lassen. Zunächst spielte er in der Abteilung Tischtennis und beschloss mit anderen, das Stockschießen einmal auszuprobieren. Es machte auf Anhieb Spaß, wie er erzählt. Dort spielten damals viele Gruppen, die nicht im Verein waren. "Ich bekam dann irgendwann von der damaligen Bürgermeisterin Johanna Rumschöttel die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass sie entweder in den TSV eintreten oder sich etwas anderes suchen müssen", erzählt er.

Diesen Auftrag erfüllte er, sodass 2003 die Abteilung gegründet wurde. Es war einiges auf Vordermann zu bringen: Damals gab es zwei Asphaltbahnen, die Löcher hatten. Heienbrock setzte sich dafür ein, dass sie 2011 gegen drei Plattenbahnen ausgetauscht wurde. "Wir hatten von den Bürgermeistern zum Glück immer viel Unterstützung", erzählt er. Auch eine neue Stockschützenhütte und einen Pavillon bauten er und seine Mitstreiter damals auf.

Der neue Belag war nicht nur einfach zu bespielen, er machte die Abteilung auch wettkampffähig. "Eine gute Bahn war dann die Voraussetzung dafür, dass wir im ganzen Landkreis mitspielen konnten. Wir haben ganz unten angefangen, sind dann aber aufgestiegen in die Kreisliga", erinnert sich Heienbrock. Das war es auch, was ihn immer antrieb: Der Erfolg spornte ihn an. Auch bereitete ihm der Austausch mit den anderen Vereinen Freude. Es seien freundschaftliche Begegnungen gewesen. An dem Sport gefiel ihm immer die Herausforderung. "Eine Stockbahn ist 28 Meter lang. Das bedeutet, dass man nicht nur mit Kraft, sondern auch zielgerichtet schießen muss", sagt er.

Wie begeistert er noch immer ist, wird deutlich, als er erklärt, wie wichtig die richtige Kunststoff-Platte unten am Stock ist. Nach den Worten von Heienbrock gibt es ungefähr acht verschiedene davon - von der langsamsten bis zur schnellsten. Erstere nehme man zum Setzen des Stocks, schnelle zum Abschießen von Gegnern. Und beim Eisstockschießen, was ja aktuell wieder recht beliebt ist, brauche man wieder andere, und zwar Platten aus Gummi.

Mittlerweile hat Heienbrock die Abteilungsleitung abgegeben. Die Freude und das Händchen für das Spielen werden ihm aber bleiben. Als er zur Demonstration seinen Stock schießt, landet der genau da, wo er ihn haben wollte. "Man ist an der frischen Luft, man wird gefordert. Irgendwann kommt eine Liebe zu dem Sport", sagt er aus eigener Erfahrung.

Zur SZ-Startseite

SZ PlusFilmdebüt
:Von der Oma auf den Dreh gebracht

Der 17-jährige Michael Eibl aus Haar produziert mit Freunden einen Film über seine Großmutter, die nach dem Krieg ihre Heimat verlassen musste. Dem jungen Regisseur geht es dabei nicht nur um die eigene Familiengeschichte, sondern grundsätzlich um Flucht und Vertreibung.

Lesen Sie mehr zum Thema

Jetzt entdecken

Gutscheine: