Energieversorgung:Erdwärme Grünwald plant neue Bohrungen

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Energieversorgung: Südlich der Geothermiezentrale in Laufzorn sollen weitere Bohrungen erfolgen.

Südlich der Geothermiezentrale in Laufzorn sollen weitere Bohrungen erfolgen.

(Foto: Claus Schunk)

Die Geothermie-Gesellschaft hat sich ein Grundstück bei Laufzorn gesichert, um Heißwasservorkommen zu erschließen. Die Verbraucherpreise bleiben vorerst stabil.

Von Michael Morosow, Grünwald

Bei der Erdwärme GmbH Grünwald stehen die Zeichen auf Expansion. In der Sitzung des Geothermieausschusses der Gemeinde am Dienstag gab EWG-Geschäftsführer Andreas Lederle bekannt, dass sich die Gemeinde nach eineinhalb Jahren Verhandlungszeit südlich ihres Standortes in Laufzorn ein Grundstück gesichert hat, auf dem voraussichtlich vier Bohrungen niedergehen sollen. Dazu ermutigt wurden die Grünwalder durch die vielversprechenden Ergebnisse seismischer Messungen zu Thermalwasservorkommen in diesem Bereich. Die Heißwasserquellen sollen möglichst bald erschlossen werden, um damit Haushalte in Grünwald und Unterhaching, gegebenenfalls auch Oberhaching versorgen zu können. Falls die geplante Kooperation mit den Münchner Stadtwerken zustande kommt, soll auch heißes Wasser in die Landeshauptstadt fließen.

Für Neuanschlüsse gibt es derzeit lange Wartezeiten

Gute Nachricht für Kunden, die bereits einen Geothermieanschluss haben: Die Preise der EWG bleiben laut Lederle zumindest bis Ende Mai 2023 stabil. Schlechte Nachrichten für alle, die angesichts der gegenwärtigen Preisexplosionen auf dem Energiemarkt ihren Haushalt möglichst schnell an das Geothermienetz anschließen wollen: Wer heute einen Vertrag unterschreibt, kann frühestens im Sommer 2024 mit dem Anschluss rechnen. Die lange Wartezeit ist der laut Lederle explosionsartig gestiegenen Nachfrage geschuldet. Die EWG habe für das laufende Jahr mit 100 Anträgen gerechnet, Stand heute seien es 382 plus 90 im Vorlauf. Bis Ende des laufenden Jahres würden 170 weitere Haushalte einen Geothermieanschluss bekommen.

Für die Erdwärme Grünwald GmbH bedeutet der aktuelle Boom freilich auch eine große Herausforderung, was die begrenzte Manpower anbelangt, und einen finanziellen Kraftakt. In die vielen neuen Hausanschlüsse müsse viel Geld investiert werden, sagt Geschäftsführer Lederle. Finanzielle Sorgen plagen ihn daher aber kaum, denn die Einnahmenquellen des gemeindlichen Unternehmens sprudeln offenbar mehr denn je. Das laufende Geschäftsjahr wird die EWG mit einem Jahresüberschuss in Höhe von 2,1 Millionen Euro abschließen.

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