S-Bahn München:Laimer Bahnhof ist nicht mehr barrierefrei

S-Bahn München: Den Interimsaufzug hatte die Bahn 2021 in Betrieb genommen, damit der Bahnhof auch während der Bauarbeiten barrierefrei zugänglich bleibt.

Den Interimsaufzug hatte die Bahn 2021 in Betrieb genommen, damit der Bahnhof auch während der Bauarbeiten barrierefrei zugänglich bleibt.

(Foto: Deutsche Bahn)

Die Deutsche Bahn hat den provisorischen Aufzug im Zuge der Bauarbeiten an der Station stillgelegt. Menschen mit eingeschränkter Mobilität müssen seither auf andere Bahnhöfe ausweichen.

Von Andreas Schubert

Ein Schmuckstück ist der Laimer Bahnhof derzeit nicht gerade. Bagger und Bauzäune bestimmen dort das Bild. Die Deutsche Bahn (DB) baut die Station komplett um, damit hier künftig die Passagiere direkt an einem Bahnsteig von der ersten S-Bahn-Stammstrecke zur zweiten Stammstrecke umsteigen können. Seit Ende Januar müssen die Fahrgäste eine Einschränkung hinnehmen, die vor allem Menschen mit eingeschränkter Mobilität betrifft. Nach gut zweieinhalb Jahren Betrieb hat die DB den provisorischen Aufzug zum Bahnsteig Ende Januar stillgelegt, um den alten Bahnsteig A abreißen zu können.

Die Münchnerin Jaqueline Rietzel spricht von "Irrsinn" am S-Bahnhof. "Das betrifft mich als Mutter, die ich mein Kind in einem Kinderwagen transportiere, wie auch Menschen mit Rollator, Rollstuhl, Gehbehinderung, viel Gepäck et cetera", sagt sie. "Vom Personal wurde mir gesagt, ich könne ja erst nach Pasing fahren - also mit dem Bus -, um dort dann mittels Lift zum Bahnsteig zu gelangen." Rietzel nutzt den S-Bahnhof ein- bis zweimal pro Woche. Immerhin hat sie bisher immer jemanden gefunden, der ihr geholfen hat, den Kinderwagen die Treppen hoch oder runter zu tragen.

Das geht bei Rollstuhlfahrern indes schwer. Brigitte Neumann-Latour, die sich beim Münchner Behindertenbeirat um das Thema Mobilität kümmert, ist entsprechend verärgert. Der Beirat hatte sich seinerzeit erfolgreich für einen Interimsaufzug eingesetzt. Das Engagement für eine anschließende Lösung allerdings war vergeblich. Neumann-Latour ist überzeugt: "Wenn man sich frühzeitig zusammengesetzt hätte, wäre bei gutem Willen eine Lösung möglich gewesen."

Zur Erinnerung: Den nun stillgelegten Aufzug hatte die DB im Mai 2021 in Betrieb genommen, damit der Bahnhof auch während der Bauarbeiten barrierefrei zugänglich bleibt. Der ursprüngliche Lift musste den Bauarbeiten weichen. Das neue Gleis 1, das im August 2023 in Betrieb ging, war mit dem Provisorium direkt erreichbar. Hier halten die S-Bahnen, die stadtauswärts fahren. Über den Halt im Zwischengeschoss gelangten die Fahrgäste zum Lift zum Bahnsteig B mit den Gleisen 2 und 3, auf denen die Züge stadteinwärts verkehren. Nun gibt es nur noch eine Rolltreppe zum Gleis 1.

Den provisorischen Lift hatte die Bahn nicht ganz freiwillig eingebaut. Dies war erst nach massiven Protesten geschehen. Jetzt sagt die DB: Es gibt keinen Platz mehr für ein weiteres Provisorium. "Die Station Laim wird von Norden nach Süden bei laufendem Betrieb vollständig abgebrochen und neu gebaut. In der 2024 durchgeführten Bauphase gibt es tatsächlich keinen einzigen Quadratmeter zwischen den Bahnsteigen, der davon nicht berührt wird", teilt ein Sprecher mit.

Erst im Laufe des Jahres 2025 soll es neue Aufzüge geben, wenn der nördliche Teil der sogenannten Umweltverbundröhre fertig ist. An dieser neuen Unterführung für Fußgänger und den öffentlichen Nahverkehr am östlichen Ende des Bahnhofs liegt der neue Hauptzugang zur Station Laim, dort befinden sich dann auch die neuen Aufzüge. Die DB verweist darauf, dass Fahrgäste am Laimer Kreisel vier Buslinien nutzen können, um alternativ nach Pasing, zur U5 am Laimer Platz oder zum Romanplatz zu gelangen. Für einen barrierefreien Zugang zur S-Bahn rät die DB, auf die Stationen Pasing und Hirschgarten auszuweichen. Die Buslinien 130 und 157 verbinden die Stationen Laim und Pasing direkt miteinander. Auch mit dem Bus 57 und der Tram 19 gelangen Fahrgäste zum Pasinger Bahnhof.

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