Krebserkrankung:Ein paar Stunden Normalität

Krebserkrankung: Es geht nicht nur um ein wenig Farbe im Gesicht. Es geht darum, die Krankheit wegzuschminken, zumindest kurz. Sich gesund zu fühlen, zumindest beim Blick in den Spiegel. Es sind zwei Stunden, in denen die Mädchen an etwas anderes denken.

Es geht nicht nur um ein wenig Farbe im Gesicht. Es geht darum, die Krankheit wegzuschminken, zumindest kurz. Sich gesund zu fühlen, zumindest beim Blick in den Spiegel. Es sind zwei Stunden, in denen die Mädchen an etwas anderes denken.

(Foto: DKMS LIFE)

In Schminkkursen lernen krebskranke Jugendliche, Wimpern zu tuschen, die es nicht mehr gibt. Über die Schwierigkeit, einen Körper zu lieben, der die falschen Zellen wuchern lässt.

Von Marita Wehlus

Emilia schaut in den Spiegel, der zartgelbe Lidschatten, seitlich ein Hauch Rosé. Das gefällt ihr. Sie schaut rüber zu Diamond, zeigt auf die hellere Farbe für die Augen, probier es. Die anderen Mädchen nicken und tuscheln und lächeln, drehen Spiegel hin und her, wühlen in dem Haufen aus Paletten und Stiften und Versprechen: "Master Blush", "Full Lashes", "Perfect Match". Gelächter, die Wimperntusche kitzelt. Rouge wird rumgereicht. Es riecht nach Rosen, nach Leben. Noch ein Lidstrich, ganz vorsichtig.

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