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SZ-Podiumsdiskussion:Die drei OB-Kandidaten in der Stilkritik

Das waren die stärksten und schwächsten Momente von Katrin Habenschaden, Kristina Frank und Dieter Reiter im Residenztheater.

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Katrin Habenschaden (Grüne)

Katrin Habenschaden bei der SZ-Podiumsdiskussion

Quelle: dpa

Kam anfangs länger nicht zu Wort, wirkte daher zunächst zurückhaltend. Nahm dann Fahrt auf und machte das Verkehrsthema zum Zweikampf zwischen ihr und Kristina Frank. Schaltete beim Wohnen auf Angriff: Die CSU verhindere den Schutz von Bestandsmietern. Versuchte mit Positivität zu punkten - man müsse mehr darüber sprechen, welches Plus an Lebensqualität möglich sei.

Stärkster Moment: Kritisierte die Rathaus-Koalition elegant, indem sie aufzählte, bei welchen Themen die Zivilbevölkerung die Politiker in den vergangenen Jahren vor sich hergetrieben hat: von den Bürgerbegehren zum Radfahren bis zu "Fridays for Future".

Schwächster Moment: Ließ sich beim Umweltthema viel vom OB wegnehmen.

Spruch: Nannte Dieter Reiter den "Spitzenkandidaten der SPD", was zum Running Gag wurde. Der erwiderte: "Du darfst auch OB sagen."

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Dieter Reiter (SPD)

Dieter Reiter bei der SZ-Podiumsdiskussion

Quelle: Robert Haas

Gab den gelassenen Amtsinhaber, mitunter fast zu gelassen. Runzelte öfter die Stirn, wenn Kristina Frank das Wort hatte, oder lächelte in sich hinein. Wehrte sich nur einmal, als sie ihm ein mangelndes Gesamtkonzept für den Verkehr vorwarf. Hatte mit Anekdoten aus Bürgergesprächen die Lacher auf seiner Seite. Kam beim Thema Wohnen in Fahrt.

Stärkster Moment: Als es um das städtische Vorkaufsrecht in Erhaltungssatzungsgebieten ging. Neubau allein reiche nicht. "Wir müssen auch dafür sorgen, dass Leute, die hier geboren sind, sich ihre Miete noch leisten können."

Schwächster Moment: Versuchte beim Thema Emissionen Zahlen zu nennen, kannte sie aber nicht.

Spruch: "Ich will keine Elektrobusse in China bestellen, wenn ich einen Hersteller in der Stadt habe." Die Autoindustrie habe den Wandel verschlafen.

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Kristina Frank (CSU)

Kristina Frank bei der SZ-Podiumsdiskussion

Quelle: Robert Haas

War von Beginn an angriffslustig gestimmt, wirkte mitunter etwas schnippisch. Gab die Anwältin der Autofahrer, etwa wenn sie davon sprach, wie in der Fraunhoferstraße "in einer Nacht- und Nebelaktion" neue Fahrradwege entstanden seien. Eignete sich mehrere Themen an, etwa so: "Ich freue mich über die Hochhausdebatte." Derzeit entstehe zu viel "08/15-Architektur".

Stärkster Moment: Brachte immer wieder Emotion in die Debatte, etwa wenn es um die geplanten neuen Stadtviertel im Norden und Nordosten ging.

Schwächster Moment: Drückte sich bei den explodierenden Bodenpreisen um eine Antwort. Auf Nachfrage: "Sie kennen sicher die Position der CSU." Zu viel Regulierung schade dem Wohnungsbau.

Spruch: "Ich bin wahrscheinlich die OB-Kandidatin, die am meisten radelt." Man könne sie gern morgens am Rathaus abpassen, um das zu überprüfen.

© SZ vom 03.02.2020/kbl

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