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Neue Mitarbeiter:Was der ehemalige Personalverwalter zu den Vorwürfen sagt

Unmissverständlich ist aber, was der Betriebsratsvorsitzende Anton Köttl und seine Stellvertreterin am Donnerstag vor dem Arbeitsgericht zu Protokoll gegeben haben. Auch nach der Trennung von dem Personalverwalter sei das Vertrauen zwischen Betriebsrat und Geschäftsführung "noch nicht so gestärkt, wie es sein sollte".

Deshalb lege man Wert auf eine richterliche Entscheidung im Bezug auf die Fragebögen. Zu lange habe man sich "vom Freistaat, vom Aufsichtsrat und vom Arbeitgeber im Stich gelassen gefühlt". Die Geschäftsführung des Museums, vertreten durch den kaufmännischen Leiter, Marco Graf von Matuschka, wies dies von sich.

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Okwui Enwezor hat international Erfolg und Einfluss. Als Direktor des Hauses der Kunst hat er gerade vor allem Ärger. Mit seinen Mitarbeitern und jetzt auch noch mit dem Verfassungsschutz.   Von Susanne Hermanski

Der umstrittene Personalverwalter hat sich am Donnerstag gegenüber der Süddeutschen Zeitung erstmals selbst zu den Vorwürfen geäußert: "Ich fühle mich als das Opfer einer Mobbingkampagne. Einzelne, die schon immer etwas Persönlicheres gegen mich hatten, haben jetzt gesiegt", sagt er, ohne Namen zu nennen. In den Jahren seiner Tätigkeit habe es "vielleicht maximal zehn Mitglieder von Scientology gegeben, sofern ich das ahnte oder wusste" - allerdings bei rund 900 Aufsichten insgesamt.

"Abgesehen von wenigen Gesprächen unter vier Augen habe ich mich im Haus der Kunst nie zum Thema meiner Zugehörigkeit zu Scientology geäußert", sagt der Mann. Und er glaube, dass die Geschäftsführung so lange an ihm festgehalten habe, "weil ich einfach meine Arbeit sehr gut gemacht habe".

Für ihn demonstrierten am Mittwoch erneut einige Mitarbeiter, diesmal vor dem Kultusministerium. Angemeldet war die Demonstration von der "Scientology Kirche Bayern" und der Protest galt im Wortlaut der vermeintlichen "Gesinnungsschnüffelei", die das Kultusministerium im Haus der Kunst betreibe. In einer Erklärung beruft sich die Organisation auf die Religions- und Meinungsfreiheit. "Statt sich schützend vor betroffene Mitarbeiter zu stellen, beteiligen sich Staat und Politik an einer medienwirksamen Hexenjagd und sprechen ohne Prüfung des Einzelfalls auch gleich das Urteil: Weg mit ihm!"