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Haidhausen:Diese Rolltreppe ist Münchens BER

Die Rolltreppe am Rosenheimerplatz wird einfach nicht fertig.

(Foto: Catherina Hess)

Ganz so schlimm kommt es am Rosenheimer Platz wohl nicht. Der neue Treppenaufgang soll Vorbild für alle S-Bahnhöfe sein. Wenn er nur endlich fertig würde.

Wer von der Weißenburger Straße auf den gesperrten Zugang der S-Bahnhaltestelle Rosenheimer Platz zugeht, dem mag es nicht bewusst sein, was er da vor sich findet - angesichts der Planen und geräumigen Absperrungen, die den Zugang derart uncharmant verhüllen. Aber laut Deutscher Bahn (DB) entsteht hier seit vergangenem Herbst ein "Muster-Treppenaufgang für die Umgestaltung sämtlicher Bahnsteigzugänge der Münchner S-Bahn-Tunnelstationen".

Auf der DB-Internetseite heißt es weiter, dass der neue Zugang gar eine "Blaupause für weitere Treppenauf- und -abgänge" sein soll. Nicht wenige jedenfalls hoffen, dass diese Baustelle nicht stadtweiten Vorbildcharakter hat. Denn bei ihnen führt das monatelange Rätselraten um die Zukunft des Entrees der Haltestelle vor allem zu Ärger und Spott.

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Spott, weil die Bahn in Richtung der Pendler verkündet, dass "Ihre Zufriedenheit" bei den Bauarbeiten "oberste Priorität" habe. Ärger, weil sich diese Zufriedenheit einfach nicht einstellen will, wenn die Pendler zu einem zeitintensiven Umweg gezwungen sind, nur um endlich zu einem geöffneten Eingang zu kommen. Und Ärger, weil sich der Eröffnungstermin immer wieder verschiebt, zuletzt von April auf Pfingsten.

Die DB verspricht, dass sich all der Aufwand lohnt. Zugegeben: Ein Display für die Fahrgastinformation, die bereits beim Runtergehen anzeigt, wann welcher Zug abfährt, fehlt tatsächlich. Anderes wirkt nicht ganz so drängend, wie beispielsweise die künftige Treppenbeheizung, die der neuen Treppe Wärme spendet. Wohl damit im Winter kein Eis auf ihr liegen bleibt. Außerdem ist es ja zur kalten Jahreszeit immer so schrecklich frisch von unten, das kennt man aus schlecht isolierten Erdgeschosswohnungen.

Außerdem neu: eine "hinterleuchtete Verglasung" samt umlaufendem "Lichtband in der Stationsfarbe Gelb" und eine "Handlaufbeleuchtung". Davon ist das eine oder andere verbaute Teil derart neu, dass erst eine entsprechende Genehmigung eingeholt werden musste, bevor es hier erstmals benutzt werden durfte, teilt die Bahn mit. Die sei ein Hauptgrund für die Verzögerungen.

So schlimm wird es wohl nicht kommen.

(Foto: Daniel Hofer)

Jemand hat seinem Unmut mit einem laminierten Zettel an der Absperrung nun Luft gemacht. Wie dort nachzulesen ist, hat sich bereits eine andere Blaupause für den Treppenaufgang an der Weißenburger Straße gefunden: Der Hauptstadtflughafen BER, der sich ja auch eigenwillig gegen seine ausgerufenen Eröffnungstermine sträubt. Ganz so schlimm kommt es an der Weißenburger Straße vielleicht nicht. Die DB will Ende Juni an der Weißenburger Straße fertig sein. Diesmal aber ganz sicher.

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