Geschäft mit Dirndln und Lederhosen Schlacht um die Tracht

Seit Jahren gibt es auf dem Markt für Trachten kein Halten mehr, immer neue Mitbewerber drängen auf den Markt. Die etablierten Händler müssen sich in den Wochen vor dem Oktoberfest gegen Billiganbieter behaupten.

Von Melanie Staudinger

Die Tracht hat einen gewaltigen Imagewandel hinter sich. Vor 15, 20 Jahren gehörte schon Mut dazu, sich in Lederhose oder Dirndl auf dem Münchner Oktoberfest zu zeigen. Im besten Fall galt der Trachtenträger als leicht rückständig, im schlechteren als stockkonservativ und hinterwäldlerisch. Heute hingegen wird der verlacht, der in Jeans und T-Shirt zur Wiesn kommt; ohne Tracht geht gar nichts mehr. Das hat der Einzelhandel längst erkannt. Selten hatten Kunden so viel Auswahl in derart unterschiedlichen Läden wie heute.

"Die Nachfrage nach Tracht steigt und damit auch das Angebot", sagt Wolfgang Fischer, Geschäftsführer der Händlervereinigung Citypartner. Im ganzen Stadtgebiet, so hat er beobachtet, vor allem aber in der Innenstadt und entlang der Routen in die Feriengebiete im Süden finden sich mehr und mehr Trachtenläden. Die Standorte seien so gewählt, dass nicht nur Einheimische, sondern auch möglichst viele Touristen das Geschäft leicht erreichen könnten. Genaue Zahlen würden nicht ausgewertet. "Die Hauptverkaufszeit sind nach wie vor die Monate vor der Wiesn", sagt Fischer.

Doch mittlerweile läuft das Geschäft mit Dirndln und Lederhosen auch im Winter und Frühjahr recht gut. Das liege nicht nur daran, dass die Volksfestsaison im Umland bereits im Mai beginne, sagt der Einzelhandelsexperte. Es gebe auch immer mehr private und öffentliche Feiern, deren Dresscode Tracht vorschreibt.

Designer aus München

Wer die schönsten Dirndl entwirft

Diesen Trend kann Axel Munz nur bestätigen. "Mehr als ein Drittel unseres Jahresumsatzes machen wir in den zwei Monaten vor dem Oktoberfest, aber wir verkaufen das ganze Jahr über", sagt der Chef von Trachten Angermaier. In den beiden Geschäften an der Landsberger Straße und im Rosental findet sich ein buntes Sortiment, das Angebot reicht vom hellblauen Dirndl mit züchtigem Ausschnitt bis zum sehr offenherzigen Modell in Orange oder Silber - preislich ist alles drin, vom 150-Euro-Outfit bis zum Gesamtpaket, das locker das Zehnfache kostet.