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Fröttmaning:Arena des FC Bayern bekommt 75 000 Plätze

Fans des FC Bayern bei der Teampräsentation im Jahr 2014

Noch mehr Platz für Bayern-Jubel: Nach der Erweiterung fasst die Arena in Fröttmaning 75 000 Zuschauer.

(Foto: Peter Kneffel/dpa)
  • Die Stadt verlängert dem FC Bayern die Erlaubnis für eine Aufstockung der Arena in Fröttmaning auf 75 000 Plätze.
  • Die Bewohner der nahe gelegenen Wohnsiedlungen im Münchner Norden protestieren dagegen.

Von Stefan Mühleisen, Freimann

Der FC Bayern darf die Fußball-Arena in Fröttmaning mindestens bis Juli nächsten Jahres mit erweiterten Zuschauerrängen betreiben. Die Lokalbaukommission wird die befristete Genehmigung für die Aufstockung auf 75 000 Plätze um ein Jahr verlängern - das hat Behördenmitarbeiter Franz Josef Maier am Dienstag in der Freimanner Bürgerversammlung im Kesselhaus angekündigt. Es sei nötig, mehr Daten für eine dauerhafte Erlaubnis zu sammeln.

Allerdings lehnten die rund 200 Besucher der Versammlung die Ausweitung der Zuschauerzahlen einstimmig ab. Zudem forderte die Bürgerschaft in einem Antrag die Stadt auf, ein "Anwohnerschutzkonzept" für das Umfeld des Stadions zu entwickeln. Laut Maier soll der Stadtrat im Herbst über einen entsprechenden Prüfauftrag entscheiden. "Dafür braucht es eine politische Entscheidung", sagte er.

Was die Stadt dem FC Bayern zugestanden hat

Die Stadt hatte zum Start der Bundesliga-Rückrunde dem FC Bayern zugestanden, bis Ende Juli dieses Jahres die Platzkapazität von 71 168 um 3856 Plätze auszubauen. Bei Champions-League-Begegnungen dürfen 69 344 Zuschauer ins Stadion. Die Betreibergesellschaft, die dem FC Bayern gehört, montierte 2000 neue Sitze; der Rest sind Stehplätze, die entstehen, wenn Sitze eingeklappt werden.

Die Erweiterung war von Anfang an umstritten. Am lautesten protestierten Anwohner in den angrenzenden Wohnsiedlungen. Bereits seit Bestehen der Allianz-Arena beschweren sie sich über rücksichtslos parkende Fußballfans. "Ein reines Wohngebiet wird zum öffentlichen Parkplatz und zur öffentlichen Toilette", klagte der Vorsitzende der Siedlerschaft Kieferngarten, Walter Hilger, zum wiederholten Mal in der Bürgerversammlung. Der ganze Saal applaudierte, darunter auch viele Stadtviertelpolitiker.

Die hatten erst kürzlich in einem Beschluss des Bezirksausschusses den dringenden Appell an die Stadt gerichtet, ein Anwohnerschutzkonzept zu entwickeln. Ein Verkehrsgutachten, das der Stadion-Erweiterung zugrunde liegt, hat dafür bereits Vorschläge gemacht. Demnach sollen an Spieltagen die Zufahrten zu den Siedlungen an acht Stellen gesperrt werden. Anwohner erhielten einen exklusiven Berechtigungsausweis, alle anderen würden von Wachpersonal abgewiesen.

Welche Informationen der Stadt noch fehlen

"Wir können nur tätig werden, wenn wir ausreichend Daten haben", sagte LBK-Mitarbeiter Maier, also genaue Zahlen über parkende Autos an unterschiedlichen Spieltagen sowie Lärmmessungen. Doch die gebe es noch nicht, die Testphase für eine dauerhafte Genehmigung habe sich als zu kurz erwiesen. Die Lokalbaukommission ist nach seinen Worten bereit, verschiedene Varianten für ein Anwohnerschutzkonzept zu prüfen. Dafür müsse jedoch erst der Stadtrat sein Placet geben. Die Vereinsführung des FC Bayern habe bereits Kooperationsbereitschaft signalisiert.

Die Testphase wird auch deshalb verlängert, weil die Behörde die Auswirkungen der erhöhten Zuschauerzahl auf das U-Bahn-Netz nicht geklärt sieht. "Wir müssen wissen, wie das während des Oktoberfestes läuft", sagt Maier. Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) hatte lange Zeit Bedenken, ob die U 6 dem Andrang gewachsen sei - gab diese aber unter der Bedingung auf, dass die vom FC Bayern gestellten Shuttle-Busse für Entlastung sorgen. Diese fahren die Fans kostenlos vom S-Bahnhof Donnersbergerbrücke nach Fröttmaning. Anfangs nutzten nur 300 Fans das Angebot, inzwischen fahren laut Maier regelmäßig 1400 Personen mit. "Wir sind da auf einem guten Weg, das muss sich einspielen", sagte er.

© SZ vom 09.07.2015/sekr

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