bedeckt München

Freizeit:In diesen Biergärten haben Familien besonders viel Spaß

Die Eltern können entspannen, während die Kinder herumtoben - acht Tipps, wo das in München möglich ist.

Von SZ-Autoren

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Quelle: Stephan Rumpf

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Harlachinger Einkehr: Große Sprünge, kleine Preise

Der liebe Gott und die Lokalbaukommission haben es gut gemeint mit der Harlachinger Einkehr: Sie liegt direkt am Isarhochufer oberhalb des Tierpark Hellabrunns, weshalb sich die unmittelbaren Anwohner - Elefanten, Kamele, Löwen - schon mal nicht beschweren.

Drumherum: Hier herrscht noch der altbairische Grundsatz leben und leben lassen - nur keine Hektik. Für Familien hat das 1858 gegründete Traditionslokal gleich mehrere Vorteile: Kinder kriegen erst mal ein Freigetränk vom gemütlichen Schankkellner, der die bayerische Gemütlichkeit auch figürlich verkörpert. Dann geht's aufs Trampolin, das pausenlos in Betrieb ist, genauso wie der Spielplatz, wo aus kleinen Klammeraffen Kletterkinder werden. Was sehr schön ist für die Erwachsenen, die sich endlich mal in Ruhe ihr Augustiner schmecken lassen können.

Kulinarisches: Die Harlachinger Einkehr ist sehr kindertauglich, auch wenn man nicht zu viel kulinarische Raffinesse erwarten darf. Die Knödel oder Spätzle mit Soße kann man sich für drei Euro direkt aus der Küche kommen lassen. Beliebt bei der ganzen Familie: die Spareribs.

Hinfahren: Das Auto lässt man am besten auch gleich zu Hause, ...

Hinradeln: ... denn das Isarhochufer ist eine ideale Radlstrecke. Zurück Richtung Innenstadt geht es praktischerweise bergab, also einfach rollen lassen...

Geöffnet: täglich von 9.30 bis 1 Uhr, Telefon (089) 64 20 90 93, www.harlachinger-einkehr.de

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Quelle: Stephan Rumpf

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Bootshaus: Bolzen, baggern und Biber beobachten

Gemessen an der Zahl der Bierbänke ist das Bootshaus der Naturfreunde in Thalkirchen sicher einer der kleinsten Biergärten Münchens, die diesen Namen verdienen. Die Spielwiese aber, die dazugehört, ist riesig und macht ihn vor allem für Eltern kleinerer Kinder attraktiv. Und selbst wenn sich bei schönem Wetter auf dem Weg zum Tierpark und an der Kasse des benachbarten Maria-Einsiedel-Bades lange Schlangen bilden und das nahe Isarufer abends voll ist von Grillern und Feierwütigen, geht es in dem etwas versteckt liegenden Biergarten relativ entspannt zu.

Drumherum: Es gibt einen Sandkasten, eine Schaukel und eine Rutsche, das Übliche halt. Und es gibt vor allem viel Platz zum Bolzen und eine schier unglaubliche Zahl von Dreirädern, Baggern und Hüpftieren, die sich die Kinder einfach nehmen können. Wer viel Glück hat, kann von der Wiese aus den Biber beobachten, der am unmittelbar angrenzenden Kanal überall seine Spuren hinterlassen hat. Aber keine Angst, die Spielfläche ist durch einen Zaun gesichert, die Eltern können sich zwischendurch auch mal ganz auf ihr Bier konzentrieren. Ein weiterer großer Spielplatz liegt ganz in der Nähe auf der anderen Seite des Kanals.

Kulinarisches: Die Mass Helles von Hacker-Pschorr (also nichts für Augustiner-Fetischisten) kostet 6,50 Euro, es gibt auch Halbe. Die Küche ist bodenständig und vergleichsweise günstig, bietet auch diverse fleischlose Gerichte.

Lage: Zentralländstraße 16 in Thalkirchen. Das Klubheim der Kajakabteilung der Naturfreunde, das den Biergarten beherbergt, steht in einer Reihe mit den Bootshäusern anderer Vereine direkt am Kanal unterhalb des Maria-Einsiedel-Bades.

Hinfahren: Mit der U 3 nach Thalkirchen, Richtung Tierpark gehen, aber vor der Isarbrücke rechts abbiegen. Für Autofahrer stehen ein paar Gästeparkplätze bereit.

Hinradeln: Einfach immer an der Isar entlang.

Geöffnet: Bei schönem Wetter montags bis samstags von 11.30 Uhr an, sonntags von 10.30 Uhr an. Schankschluss ist jeweils um 22 Uhr, bei Fußballspielen bleibt länger offen; Telefon: 89 05 82 58, www.naturfreunde.de/haus/naturfreundehaus-bootshaus-muenchen.

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Quelle: Stephan Rumpf

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Augustiner-Keller: Auf Baumstämmen Balance bewahren

Schnell vom Teller der Eltern ein Hendl oder Pommes geschnappt und dann wieder zum Balancieren auf die Holzstämme: Kein Problem imAugustiner-Keller. Denn rund um den kleinen Spielplatz mit Schaukel, Kletterturm und Rutsche stehen etliche Bierbänke. So können die Erwachsenen in Ruhe ihre Brotzeit und die Maß Augustiner genießen, während die Kinder sich austoben. Auch von anderen Plätzen aus ist der Spielplatz gut zu sehen, da er etwas erhöht liegt. Es ist also nicht nötig, schon am Morgen seinen Platz mit dem Handtuch zu reservieren. Allerdings sollten die Kleinen keine Abenteuer auf eigene Faust wagen. Denn der Biergarten liegt direkt an der verkehrsreichen Arnulfstraße.

Drumherum: Gibt es nicht viel, nicht einmal Parkplätze. Der Biergarten liegt zwischen Hauptbahnhof und Hackerbrücke, direkt neben dem Hauptgebäude des BR.

Kulinarisches: Die Auswahl ist groß und lecker: Sie reicht vom einfachen Schmalz- oder Schnittlauchbrot über Wurstsalat und Hähnchen bis hin zu Spareribs in XL-Größe. Lange Schlangen bilden sich auch vor dem Stand mit Steckerlfischen.

Lage: Arnulfstraße 52, Maxvorstadt

Hinfahren: Das Auto kann man getrost zu Hause lassen. Mit der S-Bahn zur Hackerbrücke oder zum Hauptbahnhof. Oder mit der Tram 16 oder 17 bis zur Haltestelle Hopfenstraße oder Hackerbrücke.

Hinradeln: Alle Radwege in der Stadt führen zum Hauptbahnhof - und von dort aus sind es nur noch wenige Meter.

Geöffnet: täglich von 11.30 bis ca. 24 Uhr. Die Terrasse mit Bedienung ist ab 10 Uhr geöffnet; Telefon (089) 59 43 93, www.augustinerkeller.de.

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Quelle: Stephan Rumpf

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Hirschgarten: Damwildgehege und Karussell

Es ist ein bisschen wie Urlaub, wenn man sich nach Feierabend oder am Wochenende für einen Besuch im Hirschgarten entscheidet - auch wenn man sich die Idylle mit bis zu 8000 Besuchern teilt. Ob der Hirschgarten damit wirklich der größte Biergarten der Welt ist, sei dahingestellt. Der größte der Stadt ist er allemal. Macht aber nichts: Genügend Bierbänke stehen unter schattenspendenden Kastanien, und die Maß Augustiner oder Tegernseer Spezial wird frisch gezapft. Und dann ist da noch der entspannende Blick ins Grüne. Der "Königliche Hirschgarten", schon seit der Erbauung des Jägerhauses 1791 ein beliebtes Ausflugsziel der Münchner, öffnet sich zum Park hin - genug Platz also, sich auszutoben.

Drumherum: Direkt neben dem Biergarten befindet sich das Damwildgehege mit etwa 30 Tieren, die schon mal die mitgebrachten Leckereien aus der Hand fressen. Auch ein Karussell ist in Blickweite der Tische. Ein paar hundert Meter vom Biergarten entfernt - außer Sichtweite der Eltern - können die Kleinen sich auf einem Spielplatz mit Kletterwand austoben oder am Wasserspielplatz pritscheln.

Kulinarisches: Die Speisekarte bietet die üblichen Biergartengerichte vom Hendl über Spareribs bis hin zum Obazdn oder Wurstsalat.

Lage: Hirschgarten 1, Nymphenburg

Hinfahren: Der Hirschgarten ist gut zu erreichen mit den Buslinen 51 oder 151 oder Tram bis Romanplatz; mit der S-Bahn bis Haltestelle Laim.

Hinradeln: von allen Richtungen frühzeitig ausgeschildert.

Geöffnet: täglich von 11.30 Uhr bis Mitternacht; Telefon (089) 17 99 91 19, www.hirschgarten.de.

Bootsfahrer am Hinterbrühler See, 2010

Quelle: Alessandra Schellnegger

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Hinterbrühler See: Staunen vor Freude an der Floßrutsche

Kinder lieben das Gasthaus am Hinterbrühler See, allerdings weniger wegen der Kinderkarte oder dem Spielplatz. Das gibt es zwar beides und der Kindereisbecher mit Smarties löst ebenso zuverlässig Begeisterung aus wie das Trampolin.

Drumherum: Doch die wahre Attraktion gibt es ab dem frühen Nachmittag am Isarkanal zu bestaunen, auf den man vom Biergarten aus einen hervorragenden Blick hat. Dort fahren in regelmäßigen Abständen die Flöße vorbei. Wenn die Ausflugsgruppen auf Höhe des Hinterbrühler Sees vorbeikommen, sind sie bereits ein paar Stunden unterwegs und entsprechend sonnenverbrannt und angetrunken. Zudem müssen sie in Sichtweise des Biergartens eine kleine Floßrutsche überwinden - Kreisch! Und durch eine Brücke fahren - Kopf einziehen! Nochmal Kreisch! Da ist das Trampolin schnell verwaist und alle Kinder stehen auf den Bierbänken, um den Feiernden auf den Flößen zuzuwinken und zur Blasmusik den Windelpo zu schütteln.

Kulinarisches: Kinderkarte (siehe: Eisbecher mit Smarties), bayerische Biergarten-Gerichte

Lage: Hinterbrühl 2

Hinfahren: Der Biergarten am Hinterbrühler See ist gut mit dem Fahrrad, dem Auto oder zu Fuß zu erreichen.

Hinwandern: Das Buch "Wandern mit Kinderwagen" empfiehlt eine Runde von der Menterschwaige über die Großhesseloher Brücke und den Hinterbrühler See bis zum Zoo zu drehen - garantiert buggy- und laufradgeeignet.

Geöffnet: täglich, Happy Hour montags bis freitags (außer an Feiertagen) von 15 bis 18 Uhr; Telefon (089) 79 44 94, www.gasthof-hinterbruehl.de

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Quelle: Catherina Hess

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Kraillinger Brauerei: Den Nachwuchs im Blick behalten

Wer in die traditionsreiche Kraillinger Brauerei in der Ortsmitte geht, der taucht in eine Oase ein. Die Brauerei ist alt, schön, hinten plätschert die Würm, auf der anderen Straßenseite gibt es einen Weiher: Kein Wunder, dass die Würmtaler ihr altes Brauhaus lieben, von dem der Biergarten und eine ins Gehobene gehende Wirtschaft übrig sind.

Drumherum: Interessant für Eltern ist, dass sich Krailling auf zwei Geschosse verteilt. Unten liegt ein Spielplatz, darüber sitzen die Eltern wie in einer Galerie, wenn sie mögen mit direktem Blickkontakt. Das macht es leicht, den Nachwuchs unbesorgt zum Spielen zu schicken und ihn trotzdem diskret im Auge zu behalten. Insgesamt wirkt der Biergarten rundherum gemütlich. Man hat Platz, alles hat schon etwas Patina angesetzt, er ist nicht zu klein und nicht zu groß, sondern genau richtig.

Kulinarisches: Es gibt Kinder, die auf Garnelenspieße stehen - auch die kommen am Imbissstand zu ihrem Recht. Ansonsten gibt es hier alle Biergarten-Klassiker unverkünstelt, was ja im Würmtal nicht selbstverständlich ist.

Lage: Margaretenstraße 59, Krailling

Hinfahren: Mit dem Auto die Würmtaler Durchgangsachse entlang, die dort Gautinger/Kraillinger Straße heißt, an der Kreuzung Pentenrieder Straße über die Würm. Es gibt einen ausreichend großen Parkplatz. Mit dem Radl kommt man aus allen Himmelsrichtungen, auch aus der Stadt, ebenfalls gut hin. Von den S-Bahn-Stationen Planegg oder Stockdorf muss man eine Viertelstunde laufen, der Bus 967 führt direkt zum Biergarten.

Geöffnet: täglich von 11 bis 22 Uhr; Telefon (089) 857 17 18, https://www.kraillinger-brauerei.com

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Quelle: Christian Endt, Fotografie & Lic

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Sauschütt: Walderlebnis mit Wildschweinen

Wie ein kleines Hexenhäuschen sieht der Waldbiergarten aus, mitten im Ebersberger Forst bei Hohenlinden. Für Kinder ist die Sauschütt ein Paradies, endlos viel gibt es hier fern der Straße zu entdecken.

Drumherum: Nach dem Spielplatzbesuch mit Rutsche, Schaukel, Klettergerüst und Sandkasten geht's zum Walderlebnispfad nebenan. Auf dem rund drei Kilometer langen Rundweg, auf dem Wildschweine, Hirsche und Rehe zu beobachten sind, lernt fast jeder noch etwas dazu. Über Fledi Flattermann zum Beispiel, den eine Flugnacht so viel Kraft kostet, dass er danach Nahrung in einer Größenordnung von einem Drittel seines Körpergewichts verschlingen muss. Oder über die Geweihentwicklung des Rothirschs, die von März an als "Spießer" beginnt und nach 130 Tagen als "18 Ender" endet. Und zum Abschluss können sich die Besucher mit den Waldtieren um die Wette springen. Meist mit ernüchterndem Ergebnis: Auf beachtliche acht Meter bringt es ein ausgewachsener Hirsch.

Kulinarisches: Das ausgeschenkte Bier ist Wildbräu, ein regionales Bier aus Grafing. Ein bisschen günstiger ist es hier als in der Stadt, die Maß Helles oder Radler gibt es für 6,40 Euro. Am Imbissstand typische Biergartengerichte wie Krustenbraten (8 Euro), Schnitzel (8,90), Currywurst (7,50) oder Obazda mit Brot (6,50).

Lage: Sauschütt 1, im Ebersberger Forst

Hinfahren: Zu erreichen ist die Sauschütt von München aus über die Autobahn Passau, Ausfahrt Hohenlinden, dann die Staatsstraße 2086 Richtung Ebersberg. Nach etwa drei Kilometern an der Bushaltestelle nach rechts abbiegen (ist ausgeschildert).

Geöffnet: Mittwoch bis Sonntag, von 10 Uhr an; Telefon (08124) 446478, www.ebersberger-forst.com/sauschuett.

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Quelle: Stephan Rumpf

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Augustiner Schützengarten: Im Rudel in den Sandkasten

Ein bisschen geht's im Augustiner Schützengarten immer zu wie bei dem Kirmes-Klassiker Whack-a-Mole, wo man mit dem Gummiknüppel auf Figuren, die aus einem Pult herausspitzen, hauen muss. Nur dass eben keine Maulwürfe oder Teufelchen aus ihren Löchern auf- und abtauchen. Sondern Eltern, die nach kurzem Rundum-Scan von Biergarten und Umgebung wieder in der brotzeitenden Menge verschwinden und sich feierabendselig auf ihrer Bank niederlassen. Weil Spiel- und Bolzplatz nah dran und einigermaßen übersichtlich sind. Und weil die Zielgruppe dort eingehend beschäftigt ist. Die Kleinen im großflächigen Sandkasten oder auf der stets stark frequentierten Holzlokomotive. Die etwas Älteren in der hölzernen Kletter-Rutsch-Burg. Und die noch etwas Älteren auf der Wiese nebenan, auf der sich mit den kleinen Toren gut Fußball spielen lässt, mit einem fast immer ausreichend großen Rudel Spielkameraden, die sich hier zusammenfinden.

Drumherum: Wenn der Nachwuchs nicht mehr zu sehen ist, setzen sich die Eltern in Bewegung - aber gemach, gemach, das Gelände ist weitläufig, die nächste Straße, zumal die nächste stark befahrene, ein gutes Stück entfernt. Der Weg zum Schützengarten ist übrigens nicht das Ziel, drinnen ist's schöner als außenrum.

Kulinarisches: Standard-Biergarten-Menü. Phasenweise ein Crêpe-Stand. Ausgeschenkt wird Augustiner, dürfte ja auch für Eltern interessant sein.

Lage: Zielstattstraße 6, Mittersendling. Etwas ab vom Schuss, und das ist auch gut so. Außer bei fußballerischen Großereignissen muss man nach einem Platz meistens nicht lange suchen.

Hinfahren: Auch ein Parkplatz findet sich in der Regel; der S-Bahnhof Mittersendling ist nicht weit und selbst mit brotzeitvollem Rucksack ohne Weiteres zu erlaufen.

Hinradeln: Mit dem Fahrrad gut erreichbar, nur sollte man von Osten kommend vorher die Lage der Bahnübergänge memorieren, bevor man allzu weit an den Gleisen entlangradelt.

Geöffnet: täglich bei schönem Wetter ab 11 Uhr; (089) 72 46 80 88, www.augustiner-schuetzengarten.de.

© SZ vom 16.07.2016/bavo/bica/chrm/ebri/fmue/kbl/sebi/wkr/sim
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