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Überraschung auf der Oidn Wiesn:Spaß siegt

Für Sandra Osterloher, Claudia Kaulich, Vroni und Christina Beubl (von links) steht beim Musizieren der Spaß am Spielen im Vordergrund.

(Foto: privat)

Das Moosburger Quartett "Auf d' Saitn" liebt eigentlich die kleinen Bühnen, ist gern nah dran an den Leuten. Beim Talentwettbewerb "Jetzt sing i" beweisen die vier Musikerinnen, dass sie auch ein großes Publikum begeistern können.

Das Oktoberfest ist vorbei und vier musikalische Damen behalten es in guter Erinnerung. Claudia Kaulich, Sandra Osterloher, Christina Beubl und Vroni Beubl heißen die Mitglieder der Musikgruppe "Auf d' Saitn" aus Moosburg. Am Samstag durften sie 50 Kilometer isaraufwärts auf der "Oidn Wiesn" in München vor großem Publikum spielen. Beim Talentwettbewerb "Jetzt sing i" traten sie mit anderen Musikern im Volkssängerzelt "Schönheitskönigin" an, um Zuschauer und Jury von ihrem Können zu überzeugen - mit Erfolg.

"Wir haben gedacht, wir spielen ein bisschen auf der alten Wiesn," sagt Claudia Kaulich, "und plötzlich erfahren wir vom Jürgen Kirner von der Couplet AG, dass es ein Wettbewerb ist". Die Überraschung haben sie gut verkraftet, am Ende feierte das Zelt die vier Frauen als Sieger. Der Lohn: Ein Auftritt in der Sendung "Brettl-Spitzen" des Bayerischen Rundfunks. Vielleicht schon am 1. Januar.

War es ein Höhepunkt ihrer Karriere? "Nein", erwidert Kaulich, "kein Höhepunkt. Ein weiteres schönes Erlebnis. Ein Glücksfall, wie der Landkreis-Kulturpreis vor einigen Jahren". Den bekamen sie 2013. Auf der großen Bühne aber ist das Quartett nicht zuhause. Eigentlich treten die Vier lieber "klein" auf. In Wirtshäusern, nah dran an den Leuten. Sie musizieren aus Spaß am Spielen. "Wir haben auf einer Berghütte mal zwei Burschen spielen sehen. Das wollten wir auch machen. Dann hat sich eins ums andere ergeben", so Kaulich. An eine richtige Karriere dachten sie nie - und haben auch kein Interesse daran: "Jeder von uns geht ganz normal arbeiten und hat eine Familie." Den Auftritt im Wiesnzelt beschreibt Kaulich als einen "großen Spaß, eine tolle Erfahrung". Es sei interessant gewesen, mal das Musizieren im "großen Rahmen" zu sehen: "Verstärkte Instrumente", "laut" ist es, "groß" und an die Auswahl der Lieder "muss man ganz anders rangehen". Das Fazit: "So schön es war, aber unser Ding ist ein kleiner Rahmen. Die Instrumente unverstärkt und mitten unter den Leuten."

"Wir bleiben so, wie wir sind"

Die Freude über das Erreichte spürt man trotzdem: "Natürlich treten wir sehr gern bei den Brettl-Spitzen auf, sind ein bisschen stolz und freuen uns." Auf die Art und Weise aber, wie die Gruppe weitergeführt wird, soll der Erfolg keine Auswirkung haben. "Wir bleiben so, wie wir sind", versichert die sympathische Oberbayerin. Den Anklang, den ihre Musik und Darbietung finden, versucht sich die Gruppe als Mischung verschiedener Gründe zu erklären: "Einmal vielleicht, weil wir Frauen sind und das ungewöhnlich in diesem Genre ist. Wir singen ja hauptsächlich alte Wirtshauslieder, und die wurden fast alle von Männern geschrieben und vorgetragen." Auch die Harmonie des vierstimmigen Gesangs, den die Frauen beherrschen, führt Kaulich an und bleibt dennoch bescheiden: "Wir wissen, dass wir nicht die besten Musikerinnen sind, aber wir wissen was wir können, und das üben wir fleißig." Der wichtigste Grund jedoch sei, dass die Gruppe Spaß hat und diesen mit dem Publikum teilen möchte: "Die Leute sagen meistens, dass man uns den Spaß am Spielen anmerkt, und das bringt sie dazu, sich mit uns zu freuen."

Und dann inszenieren sie auf ihre Art, wozu sie Lust haben - gern auch mal irische Volksmusik. Über die Zukunft sind sich die Musikerinnen einig: "Wir nehmen es seit zehn Jahren so, wie es kommt und so machen wir weiter." Der nächste Auftritt, neben zahlreichen privaten Geburtstagen, ist am 19. und 20. Oktober. Da spielen sie mit anderen Gruppen im kleinen Rahmen beim Huber-Wirt in Moosburg - so wie sie es mögen. Außerdem kann man "Auf d' Saitn" am Moosburger Christkindlmarkt erleben.

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