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Neustart in der Krise:Freising: Das "Fellas" wird zum "Sammamera"

Rainer Pieknik und Simon Klur (rechts) legen vor der Eröffnung von "Sammamera" an diesem Donnerstag letzte Hand an.

(Foto: Marco Einfeldt)

Im ehemaligen "Fellas" an der Vöttinger Straße eröffnet an diesem Donnerstag die Kneipe "Sammamera". Zum Trinken gibt es selbst gebrautes Bier.

Von Henrike Adamsen, Freising

Zurück zum studentischen Bierkneipencharme, darin waren sich der Pächter Reinhard Fiedler und die Betreiber der Bar "Sammamera" an der Vöttinger Straße einig. Für die Eröffnung an diesem Donnerstag haben die zwei Brauer Xaver Amler und Simon Klur und der Betriebswirt Rainer Pieknik, bekannt durch die Biermarke Isarkindl, seit Ende Mai Hand angelegt. Mit Tischen aus dem ehemaligen Schneiders, knarzenden Stühlen und den vielen Sitznischen konnten die Drei eine heimelige Atmosphäre bewahren.

Das Bier stehe hier klar im Fokus, erzählt Klur. Vom Fass werde es die eigenen Isarkindl-Biere und zusätzlich einen Hahn mit wechselnden Sorten befreundeter Brauereien geben. Den Beginn macht Yankee & Kraut, eine kleine Craft-Brauerei aus Ingolstadt, die laut Klur, ziemlich abgefahrene Biere herstelle. Die Flaschenkarte biete auch anderen jungen Brauern ihren Platz. "Das Größte, das wir auf der Karte haben, ist das Giesinger - und das Weihenstephaner natürlich", erzählt Klur.

Zum Essen gibt es Käsespätzle und Bratwürste

Die kleine Speisekarte entspricht mit preisgünstigen Gerichten wie Käsespätzle und Bratwürsten den studentischen Ansprüchen. Beim Küchenkonzept haben sich die Drei beraten lassen: "Wir kennen uns veranstaltungstechnisch aus, mit Bier sowieso, aber mit Gastronomie-Küche haben wir überhaupt nichts am Hut", gibt der 30-Jährige zu. Antje Petzold, ehemalige Wirtin der Freisinger Kultkneipe Antjes Klimperkasten, habe ihnen als erfahrene Gastronomin zur Seite gestanden.

Was man unter den Corona-Bedingungen als Schnapsidee abtun könnte, sehen die drei als optimale Gelegenheit: "Unter normalen Umständen hätten wir keine Gastronomie aufgemacht", sagt Klur. Eigentlich stünden im Sommer jedes Wochenende Straßenfeste an, bei denen sie die verschiedenen Isarkindl-Sorten verkaufen würden. Wegen der Corona-Pandemie sei diese Einnahmequelle allerdings komplett weggebrochen. Die neu gewonnene Zeit bot den Betreibern von Sammamera die Gelegenheit, sich anderen Projekten zuzuwenden. "Wir hatten ohnehin schon vor zwei Jahren mal mit dem Gedanken gespielt, eine Kneipe zu eröffnen", berichtet Klur. Als sie mitbekommen hätten, dass die Gastronomie an der Vöttinger Straße frei werde, hätten sie ihre Idee umgesetzt - mit eigenen finanziellen Mitteln. "Das ging, weil wir viel von den Vorgängern übernehmen konnten und das Handwerkliche selber machen", sagt Klur. So seien die Kosten im Rahmen geblieben.

Im Schneiders ist schon ein Isarkindl-Rezept entstanden

Für Amler und Klur hat das ehemalige Schneiders einen besonderen Reiz: "Das erste Märzen-Rezept für das Isarkindl ist hier entstanden. Damals haben wir uns für einen Brauwettbewerb der TUM beworben", erinnert sich Klur. Für sie gehe es mit der Eröffnung daher ein Stück zurück zu den Wurzeln.

Von Anfang an dabei gewesen sei auch Grafikdesignerin Nina Bachmann, die erst dem Isarkindl und nun dem Sammamera wiedererkennbare Farben verliehen habe. Das Sammamera-Logo stamme von dem Bieretikett, das Bachmann für den Christopher Street Day entworfen hatte.

Neben dem Soft-Opening am Donnerstag ist für den 11. und 12. September eine kleine Eröffnungsfeier mit Live-Musik geplant.

© SZ vom 20.08.2020/nta

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