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Hochschule Weihenstephan-Triesdorf:Vorsichtige Rückkehr zum analogen Uni-Leben

Coronavirus - Erzwungene Digitalisierung - Koblenz

Auf digitalem Weg haben sich die Studierenden am Weihenstephaner Campus im vergangenen Semester Wissen aneignen müssen.

(Foto: Thomas Frey/DPA)

Der Campus Weihenstephan hat Corona digital gut überstanden. Im neuen Semester plant man wieder mehr Präsenz, derzeit kann von Normalität aber noch keine Rede sein.

Von Donato Nicolaidi, Freising

Alle neu eingeschriebenen Studierenden dürfen sich auf das kommenden Wintersemester freuen: Es wird für die Erstsemester auf jeden Fall viel Präsenzunterricht auf dem Campus geben. Denn seit 20. April war der Alltag an der Hochschule Weihenstephan für alle Studierenden vom Onlinestudium geprägt. Egal ob Landschaftsarchitektur oder Bioingenieurswissenschaften, alle Studierenden waren Corona-bedingt monatelang ausschließlich im Homeoffice, denn alle Vorlesungen wurden digital abgehalten, Geländepraktika und Laborpraktika wurden verschoben und fanden in den meisten Fällen erst nach Pfingsten statt.

Um die Ausbreitung des Virus an der Hochschule zu verhindern, haben die Hochschulleitung und die einzelnen Fakultäten eine Reihe von Maßnahmen eingeführt. Das Homeoffice ist nur eine von ihnen. Der Dekan der Fakultät Bioingenieurswissenschaften, Professor Michael Schrader, ließ die Toiletten mit Seifenspendern ausstatten, die man mit dem Ellbogen betätigen kann. An den Eingängen befinden sich jetzt Desinfektionsspender, in manchen Räumen gibt es auch Sterillium. Vor und nach Prüfungen werden Tische und Stühle mit einem alkoholfreien Desinfektionsmittel gereinigt, das keine verdampfbaren Flüssigkeiten enthält. Laut Vizepräsidentin Sabine Homann-Wenig werden Sanitäranlagen häufiger als sonst gereinigt und besonders Türklinken sorgfältig desinfiziert. Selbstverständlich gilt eine strikte Maskenpflicht und die Einhaltung des 1,50-Meter-Mindestabstands. In den Gebäuden halten sich nur sehr wenige Personen auf, weil die Studierenden nicht ohne Weiteres hineinkommen, sondern nur für Prüfungen in Form von Klausuren oder für Laborpraktika. In manchen Räumen wurden Plexiglasscheiben aufgestellt.

Trotz aller Einschränkungen hat das Studium im Sommersemester gut funktioniert. Beispielsweise berichtet die Dekanin der Fakultät Landschaftsarchitektur, Professorin Cristina Lenz, dass die Studierenden mit vielen Emails direkt und transparent mit wichtigen Informationen laufend versorgt wurden. Dank einer Zoom-Lizenz für den gesamten Campus konnten Video-Fragestunden und -Übungen ablaufen, Vorlesungen wurden digital aufgenommen und den Studenten per Zoom zugänglich gemacht. Zusätzlich wurden extra Materialien digital zur Verfügung gestellt.

Auch Laborexperimente wurden gefilmt und online geteilt

Auch Schrader erklärt, dass die Studierenden entweder an Online-Vorlesungen teilnahmen oder aufbereitete Materialien erhielten und in digitalen Fragestunden ihr Wissen vertiefen konnten. Bereits im Lockdown wurden die Studierenden mit sehr vielen Filmen und anderen Unterlagen versorgt. Bis Pfingsten fanden ausschließlich Online-Vorlesungen statt. Homann-Wenig ergänzt, dass viele Professoren Laborexperimente abgefilmt haben. Trotz aller Einschränkungen haben sich ihrer Ansicht nach die Stundenpläne der Studenten kaum geändert, da Professoren genau dann Online-Vorlesungen oder Fragestunden über ein Konferenzsystem anbieten, wenn im regulären Stundenplan ein Zeitfenster dafür vorgesehen ist.

Prüfungen laufen in diesem Sommersemester auch anders ab als gewohnt. Grundsätzlich werden an allen Fakultäten so viele Prüfungen wie möglich nicht als Klausur stattfinden, sondern auf andere Formate umgestellt, etwa eine Projektarbeit, Studienarbeit oder eine Portfolioprüfung. Die Prüfungszeiten werden ebenfalls gekürzt, bei jeder Prüfung werden sich möglichst wenige Personen in einem Raum aufhalten. Homann-Wenig ergänzt, dass die Studenten nicht alleine eintreten, sondern abgeholt werden und ihre Studentcard mitnehmen. Vor Beginn einer Prüfung registriert die Aufsicht alle Prüflinge mit einem Kartenleser und ihrer Studentcard.

Schrader empfiehlt Angehörigen der Risikogruppen, sich grundsätzlich mit dem Hausarzt oder dem Betriebsarzt in Verbindung zu setzen. In der Fakultät Landschaftsarchitektur finden alle Klausuren im lang gestreckten Gebäude C4 an der Pappelallee statt und laufen Lenz zufolge so ab: Alle Studenten können sich an Bodenankern, Beschilderungen, Markierungen, Flatterbändern und Hinweisschildern orientieren. Die Laufrichtung ist fest vorgeschrieben, alle Prüflinge müssen sich an das Einbahnsystem halten. In jedem Raum registriert ein Mitarbeiter mit einem Kartenleser und mithilfe der Studentcards die anwesenden Studierenden. Die Tische sind durchnummeriert, im ganzen Gebäude befinden sich ausreichend viele Aufsichten. Die Prüfungen laufen entweder im Schichtbetrieb ab oder finden gleichzeitig in mehreren Räumen statt oder nur in einem Raum.

© SZ vom 27.07.2020/nta
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