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Mitten auf Facebook:Es gibt Hoffnung, wirklich

Facebook

Für gute Laune sorgen und Hoffnung verbreiten - auch das kann zu den Aufgaben einer Zeitung gehören. So ist es bei der Freisinger SZ kürzlich geschehen -wenn auch nicht ganz freiwillig.

(Foto: dpa)

Was passieren kann, wenn man länger mal offline ist.

Glosse von Birgit Goormann-Prugger, Freising

Als Zeitung hat man ja nicht allein die Aufgabe, den Leser zu informieren und meinungsbildend zu sein. Wenn man ab und an mal für gute Laune sorgt und ein bisschen Hoffnung verbreitet, ist das auch nicht schlecht. Gerade in Zeiten wie diesen. Das mit der guten Laune und der Hoffnung hat die Kollegin, die am vergangenen Sonntag Dienst hatte, tatsächlich versucht, wenn man auch nicht sagen kann, dass das geplant gewesen wäre.

Das war nämlich so: Die Kollegin machte sich am Sonntag nach einem längeren Urlaub frisch ans Werk und wollte die Dinge erledigen, die zu erledigen sind. Nun hat die SZ ja mittlerweile nicht nur Leser, sondern auch User, die man via Facebook erreichen will. Um das zu tun, werden Berichte dort gepostet. Facebook hatte indes in der Zeit, in der die Kollegin im Urlaub war, dies und das geändert, was mit dem Posten von Berichten zu tun hat. Und die Kollegin, die in einer Zeit aufgewachsen ist, als es noch nicht einmal Fahrradhelme gab, und die im Urlaub auch ohne Smartphone und dieses Internet leben kann, war nicht informiert. Ihr erster Facebook-Post nach dem Urlaub erschien darum nur in Teilen.

Da stand nämlich nur dieser eine Satz: ES GIBT HOFFNUNG. Der Bericht dazu hatte sich aus Gründen, die am nächsten Tag nicht mehr nachzuvollziehen waren, verflüchtigt. Da stand er nun, dieser Satz, und die SZ-Community stellte sich viele Fragen, was man ihr damit wohl sagen wolle, freute sich aber auch einfach mal ganz grundsätzlich, dass es sie eben noch gibt, die Hoffnung, und dass die SZ das auch weiß. Irgendwann im Laufe dieses Tages griff dann ein junger Kollege ein, der Fahrradhelme seit seiner frühesten Jugend kennt und auch dieses Internet, und löschte den Beitrag, der in seinen Augen kein richtiger war. Ein Einsatz wie dieser ist natürlich lobenswert. Aber irgendwie ist es auch schade, dass dieser aufmunternde Satz auf der FB-Seite der SZ nun nicht mehr zu lesen ist

Darum wollen wir an dieser Stelle noch einmal mit Nachdruck darauf hinweisen, dass die Dinge bestimmt auch mal wieder besser werden, eines Tages. Die Redaktion ist also nach wie vor davon überzeugt: ES GIBT HOFFNUNG. Das hier kann man sich jetzt auch ausschneiden und an die Kühlschranktür kleben, da verschwindet es nicht so schnell.

© SZ vom 01.09.2020/nta

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