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Coronakrise und der Arbeitsmarkt:Die Frühjahrsbelebung in Freising bleibt aus

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind auch auf dem regionalen Arbeitsmarkt stark spürbar.

(Foto: Marco Einfeldt)

Die Auswirkungen der Pandemie lassen sich an einer gestiegenen Arbeitslosenquote und massiver Kurzarbeit ablesen.

Die Arbeitslosenzahlen steigen auch im Landkreis Freising, die sonst übliche Frühjahrsbelebung bleibt in diesem Jahr aus. Die Arbeitslosenquote hat sich im Mai um 0,2 Prozentpunkte auf 2,9 Prozent erhöht - vor einem Jahr lag sie bei 1,9 Prozent. "Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind auf dem regionalen Arbeitsmarkt stark spürbar. Betroffen sind nahezu alle Wirtschaftszweige", sagt Nikolaus Windisch, Chef der Agentur für Arbeit Freising.

Im Mai waren 3276 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, das sind 275 mehr als im April. Dies entspricht einem Zuwachs von 9,2 Prozent im Vergleich zum Vormonat - und einem Plus von 56,5 Prozent, zieht man die Zahlen vom Mai 2019 heran.

Bewährt hat sich laut Windisch "der massive Einsatz von Kurzarbeit". Dieser "verhindert weiterhin, dass noch mehr Menschen arbeitslos werden". Viele Betriebe versuchten, ihre Mitarbeiter zu halten. In den Monaten März bis Mai gingen im Bezirk der Arbeitsagentur Freising, zu dem auch die Landkreise Dachau, Ebersberg und Erding zählen, etwa 5500 Anzeigen auf Kurzarbeitergeld für etwa 86 000 Mitarbeiter ein. Sie kommen aus verschiedensten Wirtschaftszweigen, wie es im Arbeitsmarktbericht weiter heißt. Etwa 45 Prozent davon entfielen auf den Einzelhandel, die Gastronomie und das Gesundheitswesen. Da diese Anzeigen vorsorglich gestellt würden, könne das tatsächliche Ausmaß der Kurzarbeit erst nach Vorliegen des konkreten Antrags und der darin aufgeführten Mitarbeiterzahlen beurteilt werden, heißt es aus der Freisinger Arbeitsagentur. Die Zahlen können also noch etwas niedriger ausfallen.

Neue Stellenangebote gibt es trotzdem, vor allem im Bereich Logistik, im produzierenden Gewerbe und im Sozialwesen

Etwas Bewegung gibt es auf dem Arbeitsmarkt dennoch, wenngleich auf niedrigem Niveau, wenn man dies mit den Vorjahren vergleicht. Bei den Arbeitsvermittlern meldeten die Unternehmen zuletzt 126 neue Stellenangebote für den Landkreis Freising an, 15 weniger als im April. Damit waren im Mai insgesamt 1298 bei der Agentur für Arbeit Freising gemeldete Stellen vakant. Gesucht wird nach wie vor Personal im Bereich "Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit", außerdem im produzierenden Gewerbe und im Sozialwesen.

Auf dem Freisinger Ausbildungsmarkt haben viele Jugendliche etwas Passendes gefunden, wie die Zwischenbilanz der Agentur zeigt. Seit Beginn des Berufsberatungsjahres am 1. Oktober 2019 zählte sie 961 offene Ausbildungsstellen im Landkreis Freising, 11,4 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Davon waren im Mai noch 489 vakant. Im selben Zeitraum machten sich 788 Jugendliche mit Hilfe der Berufsberater auf die Suche nach einem Ausbildungsplatz. Davon haben 495 junge Leute mittlerweile eine konkrete berufliche oder schulische Perspektive, 293 Jugendliche sind noch auf der Suche. "Wer jetzt noch auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle ist, sollte unbedingt dranbleiben, keinesfalls aufgeben und - falls noch nicht geschehen - Kontakt mit unseren Berufsberatern aufnehmen", empfiehlt Windisch.

Jugendliche erreichen die Berufsberater der Freisinger Arbeitsagentur telefonisch (0 81 61/17 15 10) oder per E-Mail (Freising.151-Berufsberatung-vor-dem-Erwerbsleben@arbeitsagentur.de).

© SZ vom 04.06.2020/lada

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