Flughafen München Jetzt auch mit dem Zug erreichbar

Mit Blasmusik wird der erste Flughafenexpress zur Eröffnung der Neufahrner Kurve empfangen.

(Foto: Marco Einfeldt)
  • Die Neufahrner Kurve ist am Donnerstag eröffnet worden - damit kommen Bahnfahrer in Zukunft 20 Minuten schneller aus Ostbayern zum Münchner Flughafen.
  • Laut Fahrplan fährt der Flughafenexpress stündlich von 5.28 bis 22.28 Uhr und noch einmal um 0.28 vom Flughafen ab. Am Regensburger Hauptbahnhof startet er von 3.18 Uhr morgens bis 20.14 sowie um 22.14 Uhr.
  • Wie Ronald Pofalla, Vorstand Infrastruktur der Deutschen Bahn, betonte, ist die Neufahrner Kurve nur der Anfang des dichter werdenden Bahnnetzes um den Flughafen.
Von Alexandra Vettori

2,3 Kilometer lang, 91 Millionen Euro teuer, 20 Minuten Zeitgewinn für Bahnfahrer aus Ostbayern, weil das Umsteigen in den Bus in Freising künftig entfällt - das sind die Daten zum neuen Streckenabschnitt, der so genannten Neufahrner Kurve, die am Donnerstag mit einem Sonderzug voll geladener Gäste, darunter Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), eröffnet wurde und am Sonntag, 9. Dezember, mit dem Fahrplanwechsel offiziell in Betrieb geht. Dann verkehrt stündlich der Flughafenexpress, Fex genannt, zwischen Regensburg und dem Münchner Flughafen, mit Stopp in Landshut und Freising.

Der erste Zug in Regensburg startet um 3.18 Uhr

Dass das Projekt in den Reden dennoch als "Meilenstein" und "Megaprojekt" gerühmt wurde, liegt daran, dass damit die lange geforderte Regionalzuganbindung des Flughafens geschaffen worden ist. Das Gleisstück zwischen der Strecke von Freising nach München einerseits und der Flughafen-S-Bahn S1 andererseits hat dafür bislang gefehlt. Laut Fahrplan fährt der Flughafenexpress stündlich von 5.28 bis 22.28 Uhr und noch einmal um 0.28 vom Flughafen ab. Am Regensburger Hauptbahnhof startet er von 3.18 Uhr morgens bis 20.14 sowie um 22.14 Uhr. Die Fahrzeit beträgt 78 Minuten. Der "beste Flughafen Europas", schwärmte Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) bei der Feier in der Tenne am Flughafen, sei "jetzt nicht mehr nur das Tor zu Welt, sondern hat auch ein Tor zum ostbayerischen Raum geöffnet."

Dass es sich von Anfang an um einen Geburtsfehler des Münchner Flughafens gehandelt hatte, dass er fast nur über Luft und Straße erreichbar war, räumte auch die frühere bayerische Verkehrsministerin Aigner ein und betonte: "Deshalb ist die nachholende Entwicklung für uns wichtig." So gab es bei Inbetriebnahme des Flughafens 1992 nur die S-Bahnlinie S 8, die vom Münchner Ostbahnhof aus verkehrte. Sechs Jahre später folgte die Anbindung der S 1 auf der Neufahrner Kurve, jetzt, 26 Jahre nach dem Flughafenstart, kommt die Zugverbindung nach Regensburg.

Der Bau mit Brücke und Trog war aufwendig

Die Passanten freuten sich und zückten die Handys, als der Sonderzug am Donnerstagmittag im Flughafen einfuhr und die Blasmusik am Bahnsteig aufspielte, den sich der neue Flughafenexpress mit den S-Bahnen teilt. Schon auf der Fahrt gab es einige Informationen zum Bau bei einem kurzen Zwischenstopp auf dem 30 Meter hohen Damm, auf dem die Gleise größtenteils verlaufen: Neben dem Damm und einer 184 Meter langen Stahlbrücke über die Autobahn A 92 ist auch ein 650 Meter langer Trog an der Bahnstrecke München-Freising notwendig gewesen, um die Steigungen zugverträglich zu halten. Dabei war oberste Prämisse, die Bauarbeiten bei laufendem Betrieb abzuwickeln - sowohl die Autobahn als auch die bestehenden Gleise sollten nicht gesperrt werden.

Wie Ronald Pofalla, Vorstand Infrastruktur der Deutschen Bahn, betonte, ist die Neufahrner Kurve nur der Anfang des dichter werdenden Bahnnetzes um den Flughafen. Nächster Schritt ist die zweigleisige Verbindung vom Flughafen nach Erding, dem die Walpertskirchener Spange folgt, die eine Verbindung für Züge aus und nach Salzburg und Mühldorf darstellen wird. Finanziert wurde die neue Strecke von drei Partnern: 35 Millionen Euro kamen vom Freistaat, 46 Millionen vom Bund, zehn Millionen wird die Bahn als zinsloses Darlehen in 20 Jahren an den Freistaat zurück zahlen. Bayerns Verkehrsminister Hans Reichhart (CSU) betonte an die Adresse seines Parteifreundes, Bundesminister Scheuer: "Wir können im Kostenrahmen bauen, das ist eine Botschaft, die man auch nach Berlin mitnehmen kann."