Flüchtlinge in der Stadt Neue Unterkünfte für Asylbewerber geplant

Enge in der Erstaufnahmestelle: In der Bayernkaserne reihen sich die Stockbetten für die Neuankömmlinge dicht an dicht.

(Foto: Stephan Rumpf)

Das bayerische Sozialministerium will Flüchtlinge nun auf dem Gelände der McGraw-Kaserne und im Euro-Industriepark unterbringen. Die Dependancen sollen die überfüllte Bayernkaserne entlasten.

Von Melanie Staudinger

In München sollen neue Unterkünfte für Asylbewerber schon bald die überfüllte Bayernkaserne entlasten. Bei den geplanten Standorten handelt es sich nach Angaben des bayerischen Sozialministeriums um das McGraw-Gelände und ein Gebäude im Euro-Industriepark an der Lotte-Benz-Straße.

Die McGraw-Kaserne ist schon seit längerem als Standort für ein Asylbewerberheim im Gespräch, was aber bisher immer verworfen wurden. Zuletzt hatte Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) Anfang August in einem Gespräch mit Bayerns Sozialministerin Emilia Müller (CSU) das weitgehend leerstehende Gelände vorgeschlagen, das dem Freistaat gehört.

Nun verkündete das Ministerium, dass auf den freien Flächen bald Wohncontainer aufgestellt werden sollen. "Die McGraw-Kaserne ist für eine Unterbringung von Asylbewerbern grundsätzlich geeignet", sagte ein Ministeriumssprecher. Nötig sei allerdings eine schnelle Entlastung für die Bayernkaserne: "Den Gebäudeteil umzubauen, wäre mit zu hohen Kosten verbunden und würde auch zu lange dauern." Viel sinnvoller sei es daher, die Unterkünfte in modularer Bauweise auf den Freiflächen zu errichten. In Gesprächen mit dem Innenministerium und der Landeshauptstadt werde derzeit geprüft, ob die McGraw-Kaserne in dieser Weise als Dependance der Bayernkaserne in Betracht komme.

Die neue Unterkunft im Euro-Industriepark soll Mitte 2015 in Betrieb gehen. Außerdem sollen in diesen Tagen in der Funkkaserne am Frankfurter Ring (Freimann) ebenfalls Flüchtlinge unterkommen. Allerdings handelt es sich dabei nur um eine Übergangslösung: Nur "besonders Schutzbedürftige", beispielsweise Schwangere, Kranke, Familien und Menschen, die in der Nacht ankommen, sollen dort aufgenommen werden, wie ein Sprecher der Regierung von Oberbayern erläuterte.

Mit diesen Maßnahmen soll die Bayernkaserne als eine von zwei Erstaufnahmeeinrichtungen in Bayern wieder handlungsfähig werden. Dort gilt momentan ein Aufnahme- und Weiterverteilungsstopp, weil bei vier Bewohnern Masern diagnostiziert wurden. In der Einrichtung werden so lange keine neuen Flüchtlinge aufgenommen und weitergeleitet, bis die Inkubationszeit der Masern vorbei ist.

Das städtische Referat für Gesundheit und Umwelt habe die Schließung der Unterkunft für 18 Tage empfohlen, heißt es aus dem Ministerium. Demnach bleibt die Kaserne bis mindestens zum 11. September geschlossen. Momentan werden die Asylbewerber geimpft, um zu verhindern, dass sich die Krankheit ausbreitet.