Sendling-Westpark:Mietwohnungen statt Mode-Domizil

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Sendling-Westpark: Neue Pläne für ein altes Gewerbe-Areal: Die Wiener Süba will an der Marbachstraße ein Wohnprojekt hochziehen.

Neue Pläne für ein altes Gewerbe-Areal: Die Wiener Süba will an der Marbachstraße ein Wohnprojekt hochziehen.

(Foto: Maximilian Galler)

Wiener Immobilienfirma will den früheren Logistik- und Designkomplex von Etienne Aigner mit wenigstens einem Mehrfamilienhaus bebauen. Die Lokalpolitiker im Viertel hoffen auf bezahlbare Apartments.

Von Jürgen Wolfram

Luxus hat viele Namen. Einer davon ist Etienne Aigner. Die Handtaschen, Gürtel und Portemonnaies der Firma mit dem Hufeisenlogo sind weltbekannt. Von 1965 bis 2019 hatte das Modeunternehmen seine Verwaltung, Logistik und Designstudios an der Marbachstraße in Sendling-Westpark. Aus Platzgründen zog es an die Zielstattstraße um. Seither stehen die Aigner-Gebäude leer und sind Gegenstand intensiver Nutzungsüberlegungen.

Aktuell plant die neue Eigentümerin, die Wiener Immobilienfirma Süba, Mietwohnungen, und das gleich in fünf Varianten. Im Kern geht es darum, ob die Wohnungen in einem oder in zwei Mehrfamilienhäusern untergebracht werden sollen. Der Antrag auf Bauvorbescheid spricht noch von zwei Baukörpern "mit Tiefgarage im rückwärtigen Bereich".

Wie es auf dem Gelände mit den ungenutzten Gewerbebauten an der Marbachstraße 9 weitergeht, beschäftigt seit Längerem den Bezirksausschuss (BA) Sendling-Westpark. Das Stadtteilgremium wünscht sich primär bezahlbaren Wohnraum und eher keine "exklusiven Immobilien", für die die österreichische Süba laut Selbstbeschreibung steht. Eine Zwischennutzung als Jugendzentrum oder Künstlerwerkstatt war einst im Gespräch, scheiterte aber an Sicherheitsbedenken.

Gegen Luxuswohnungen spricht der Standort an einer Bahntrasse

In der aktuellen Diskussion der Stadtteilpolitiker geht es um das Maß der baulichen Nutzung und die Höhenentwicklung der Wohngebäude. Bis zu sechs Stockwerke seien vorstellbar. Der Bezirksausschuss hat gegen keine der Bebauungsvarianten Bedenken, nimmt das Vorhaben "zustimmend zur Kenntnis". Wohnraum ist wie immer erwünscht. Wegen der früheren Gewerbenutzung raten die Lokalpolitiker allerdings, "eine mögliche Bodenbelastung zu prüfen".

Fraglich ist, ob die geplanten Wohnungen wie die Produkte von Etienne Aigner ins Luxussegment fallen werden. Dagegen spricht der Standort - die Marbachstraße verläuft entlang einer Bahntrasse. S-Bahnen und Bayerische Oberlandbahn (BOB) verkehren dort in dichtem Takt. Für besonders edle Wohnanlagen sei es dort "zu laut", befand unlängst der Bezirksausschuss-Vorsitzende Günter Keller (SPD).

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