Landwirtschaft:Hilfe aus dem All

Landwirtschaft: Martin Mittermayer wurde mit dem Ernst-Klapp-Zukunftspreis für Pflanzenbauwissenschaften ausgezeichnet.

Martin Mittermayer wurde mit dem Ernst-Klapp-Zukunftspreis für Pflanzenbauwissenschaften ausgezeichnet.

(Foto: Renate Schmidt)

Der Niederdinger Martin Mittermayer von der TU München in Freising-Weihenstephan hat den Ernst-Klapp-Zukunftspreis erhalten. In der Ertragsforschung von Böden setzt er auf Satellitenbilder.

Von Felix Krauser, Oberding

Martin Mittermayer aus Niederding ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Ökologischen Landbau und Pflanzenbausysteme der Technischen Universität München mit Sitz auf dem Campus Freising-Weihenstephan. Vergangenes Jahr hat der 33-Jährige promoviert und kürzlich den Ernst-Klapp-Zukunftspreis für Pflanzenbauwissenschaften erhalten. Dieser wird alle zwei Jahre verliehen. Wer sich Träger des Preises nennen darf, kann sich im Bereich der Pflanzenbauwissenschaften großer Anerkennung erfreuen. Der mit 2500 Euro dotierte Preis ist in seinem Fachgebiet eine hohe Auszeichnung.

Landwirtschaft und Pflanzenbau haben Mittermayer schon immer beschäftigt. Seine Eltern haben einen landwirtschaftlichen Betrieb. Da lag das Studium nahe.

Der Ernst-Klapp-Zukunftspreis zeichnet Mittermayer für seine Forschung zur Teilflächenspezifischen Analyse von Ackerflächen aus. Konkret geht es um die Bestimmung der möglichen Erträge und des Stickstoffgehalts in den Böden. Mittermayer erhebt Bodendaten, analysiert den Hummus. Neben den klassischen Bodenproben setzt er dabei auch auf Unterstützung von ganz oben. Mithilfe von Sattelbotenbildern der Europäischen Weltraumorganisation Esa können die Pflanzenbestände genau analysiert und zukünftige Erträge quantifiziert werden.

Zudem kann mit dieser Methode der Boden in verschiedene Flächen eingeteilt werden, die Forschung ist somit detaillierter. Gerade in Zeiten des Klimawandels und der nötigen Anpassungen angesichts drohender Extremwetterereignisse ist für die Landwirte umso wichtiger, ihren Bode genaustens zu kennen, um Ertragssicherheit gewährleisten zu können.

Die Bestimmung des Nitratspiegels ist von enormer Bedeutung

Auch die Bestimmung des Nitratspiegels, also des Stickstoffgehalts der Böden, ist von enormer Bedeutung für die Landwirte. Stickstoff ist der Motor für die Pflanzen, ohne ihn können sie nicht wachsen und gedeihen. Eine gewisse Menge ist im Boden vorhanden und wird über die Pflanzen aufgenommen und gebunden. Pflanzen können dies allerdings nur bis zu einer gewissen Menge. Zu viel Stickstoff, etwa durch Überdüngung, können die Pflanzen nicht aufnehmen. Dieser bleibt dann in den Böden und versickert ins Grundwasser. Der hohe Nitratgehalt wiederum schadet dem Ökosystem und verdrängt ansässige Pflanzen und Tiere durch übermäßiges Algenwachstum in den Gewässern.

Durch die genaue und zonendetaillierte Bestimmung könnten zukünftig also mögliche Umweltkatastrophen verhindert werden. Auch das Düngemanagement der Landwirte könnte verbessert werden. Auf diesem Gebiet forschen schon einige. Die Ermittlung über Satellitenbilder ermöglicht allerdings eine Ertragsanalyse von und für überall auf der Welt.

Mittermayer und einige Kollegen der TUM haben sich bereits Gedanken gemacht. Sie wollen ein Start-up gründen, um mit ihrer Forschung Landwirten zu helfen, ihr Dünge- und Ertragsmanagement zu verbessern. Weiter forschen will der Niederdinger natürlich auch weiterhin. Der digitalen Analyse von Böden und Pflanzen scheinen vorerst wohl keine Grenzen gesetzt zu sein.

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