R'n'B, Hip-Hop und Rap:Wiener Melange

R'n'B, Hip-Hop und Rap: Eli Preiss will sich künstlerisch nie ganz festlegen - und das ist gut so.

Eli Preiss will sich künstlerisch nie ganz festlegen - und das ist gut so.

(Foto: Jessie Way)

Die österreichische Sängerin Eli Preiss macht Musik, die mal zum Denken und mal zum Dancen anregt. Nun tritt sie in München auf.

Von Vivian Harris

Vor elf Jahren ist sich Elisabeth Preiss noch sicher: Gegen Pech ist sie immun, und für ihr Glück braucht sie schon mal gar nichts zu tun. Na gut, sicher waren sich vielleicht eher die Songwriter von "Talisman", der Nummer, mit der die damals 14-Jährige beim "Kiddy Contest" angetreten ist.

Seit ihrer Teilnahme an der Castingshow des Österreichischen Rundfunks hat sich einiges geändert: ihr Künstlername zum Beispiel (wenn auch nur minimal, sie tritt jetzt als Eli Preiss auf), ihr Wohnort (von Klagenfurt am Wörthersee ist sie nach Wien gezogen) und das Genre, für das sie steht: Statt Electro-Pop bewegt sich die mittlerweile 25-Jährige in einer, wie sie es nennt, musikalischen Melange aus R'n'B, Hip-Hop und Rap.

Auch was die Sache mit dem Glück angeht, ist Eli etwas realistischer geworden: "Arbeite hart, mein Leben lang, weil nichts vom Himmel fällt", rappt sie im Track "Ganz allein", den sie mit dem DJ-Duo Drunken Masters veröffentlicht hat. Während die Nummer von einer Club-tauglichen Produktion, treibenden Bässe und selbstbewussten Lyrics lebt, zeigt sich die Künstlerin sonst auch von einer anderen, introspektiveren Seite: Ihr jüngstes Album "b.a.d." kündigt sie im Intro mit "bewusstseinsaufbauenden Downs" an; die klingen melancholisch soulig, ehe es weitergeht mit einer clean produzierten Trap-Nummer ("was ist der prei$$"), Titeln, die an den R'n'B-Sound der frühen 2000er à la Mary J. Blige erinnern ("konzentrier dich"), und Lyrics, die den Zeitgeist von Tiktok bis Traumata ("gen z") aufgreifen.

Manchmal fühlt es sich an, als erfinde sich Eli Preiss mit jedem Track neu, als teste sie sich aus, als lege sie sich nie so ganz fest. Und doch führt eine Veröffentlichung geschmeidig in die nächste, klingt anders, und doch nach ihr. Mit der letzten, "(von hier bis) Tokio", setzt die Österreicherin mit bulgarischen Wurzeln auf dynamische Beats, eine verzerrte Stimme und ein Musikvideo zwischen Y2K-Vibes und Psychedelika - und wird dafür direkt in der Kommentarspalte abgefeiert. Bei so einer positiven Community könnte man meinen, Eli Preiss hätte vielleicht doch einen Talisman. Dass sie für ihr musikalisches Glück nichts tut, ist aber wieder eine ganz andere Sache.

Eli Preiss, Freitag, 1. Dezember, 21 Uhr, Strom, Lindwurmstraße 88

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