Jugend debattiert:Nachwuchs im Wortgefecht

Jugend debattiert: Das Franz-Marc-Gymnasium in Markt Schwaben ist Gastgeber des Regionalfinales von "Jugend debattiert".

Das Franz-Marc-Gymnasium in Markt Schwaben ist Gastgeber des Regionalfinales von "Jugend debattiert".

(Foto: Christian Endt)

Im Franz-Marc-Gymnasium in Markt Schwaben wetteifern Schülerinnen und Schüler um den Einzug ins Landesfinale von "Jugend debattiert". Unter den Gewinnern sind direkt mehrere Ebersberger.

Von Saladin Salem, Markt Schwaben

Im Theaterraum des Franz-Marc-Gymnasiums in Markt Schwaben tummeln sich scharenweise Schülerinnen und Schüler. Die besten Nachwuchstalente aus den Sekundarstufen Ⅰ und Ⅱ sind zum Regionalfinale Oberbayern Ost von "Jugend debattiert" angereist. Unter den Teilnehmern sind Jugendliche aus 14 Schulen in der Region. Zu Gast sind auch Bürgermeister Michael Stolze (parteilos) und seine Stellvertreterin Walentina Dahms (CSU). Die beiden sitzen gut sichtbar für die Debattierenden direkt hinter der Jury. Von Nervosität lassen sich die Jugendlichen aber nur wenig anmerken.

Es sei ein "Wettbewerb im Sinne der Demokratieförderung", erklärt Wolfgang Poeppel, bayerischer Landeswettbewerbsleiter von "Jugend debattiert", zur Eröffnung der Finalrunde. Der Wettbewerb findet in zwei Gruppen, den Sekundarstufen Ⅰ und Ⅱ statt. Die jeweils Erst- und Zweitplatzierten der Debatten dürfen im April zum Landesfinale im Maximilianeum nach München reisen. Das sei für die Jugendlichen etwas ganz Besonderes und eine tolle Atmosphäre, erzählt Katharina Negele, Schulkoordinatorin für den Wettbewerb in Markt Schwaben. Vor allem gebe es den Schülerinnen und Schülern aber die Möglichkeit, sich reflektiert mit aktuellen Themen auseinanderzusetzen.

Die Vorbereitung finde teils auch im Unterricht statt. Neben der politischen Bildung ermögliche der Wettbewerb den Kindern, sich besser zu artikulieren und sich selbst besser kennenzulernen. Verbunden werde dies im Unterricht mit Workshops zu Recherche und dem Überprüfen von Informationen. Die Schülerinnen und Schüler schöpfen aus diesen Fähigkeiten, wie Negele erläutert. Einer ihrer Schüler habe ihr erzählt, durch das Debattieren gar beim Abendessen mehr Taschengeld für sich herausgehandelt zu haben.

Drei von vier Siegern stammen aus dem Landkreis Ebersberg

Im Wettbewerb werden die Jugendlichen schließlich auf Basis ihrer Sachkenntnis, ihrer Fähigkeit ein Gespräch zu führen, dem Ausdrucksvermögen sowie ihrer Überzeugungskraft bewertet. In den Debatten kommt es dann zu einem lebhaften Austausch. In der Sekundarstufe Ⅰ diskutieren die Finalisten darüber, ob es eine Leistungsbewertung im Jugendsport braucht. Dabei tauschen sich die Schülerinnen und Schüler über Druck, Antriebsmotivationen und gesundheitliche Aspekte aus. Die Finaldebatte der Sekundarstufe Ⅱ stellt die Frage, ob jeder Mensch in Deutschland zum 18. Lebensjahr ein Grunderbe erhalten sollte.

Während der Diskussion fallen eine Vielzahl an gut vorbereiteten Argumenten, die ein sozial gerechtes Grunderbe mit möglichen wirtschaftliche Folgen abwägen. Der Umfang der Diskussion ist beeindruckend: von der Funktionsweise einer Erbschaftssteuer und der Vermögensverteilung in Deutschland bis hin zu möglichen Auswirkungen auf deutsche Unternehmen und Auszahlungsbedingungen. All diese Themen werden zum Gegenstand der Debatte - obwohl den Jugendlichen nicht viel Zeit für ihre Vorbereitung blieb. Unter den vier Siegern finden sich schließlich drei Schülerinnen und Schüler aus dem Landkreis Ebersberg, zwei von ihnen sind am Franz-Marc-Gymnasium beheimatet. Für die Schule also "ein besonders erfolgreicher Tag", wie Katharina Negele im Nachhinein über den Wettbewerb sagt.

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