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Grafing:70 Gegner der Schutzmaßnahmen ohne Masken in Wirtshaus versammelt

Aufnahme von einer Protestaktion auf der Münchner Theresienwiese (Symbolfoto).

(Foto: Stephan Rumpf)

In Grafing treffen sich Kritiker der Corona-Bestimmungen der Staatsregierung. Gegenaktivisten werden ausgesperrt, am Ende kommt die Polizei.

Von Korbinian Eisenberger, Grafing

In einem Wirtshaus in Grafing ist es am Freitagabend zu einem Eklat gekommen, bei dem womöglich die Corona-bedingten Hygieneregeln der Staatsregierung missachtet wurden. Wie die Polizei Ebersberg am Sonntag auf Nachfrage mitteilte, wurden Beamte zu einer Veranstaltung mit etwa 70 Teilnehmern gerufen. Laut Polizei handelte es sich dabei offenkundig um eine Zusammenkunft von Kritikern des Sicherheitskonzepts samt Abstandsregeln und Maskenpflicht.

Aktivisten der Satirepartei "Die Partei", die ihrerseits Schutzmasken trugen, hatten die Veranstalter den Zugang zur "Offenen Gesprächsrunde für Alle" mit der Begründung verweigert, dass die maximale Teilnehmerzahl überschritten würde. Die Aktivisten riefen die Polizei an, worauf Beamte aus Ebersberg kurz vor dem Ende in den Saal kamen. "Am Anfang wäre man mit Maßnahmen wohl heftiger eingestiegen", erklärt ein Sprecher. Da sich das Ende des Abends aber bereits abzeichnete, verzichteten die Beamten darauf, die Veranstaltung vorzeitig aufzulösen.

Der Wirt, so die Polizei, sei überrascht gewesen, worum es bei dem Event ging, er sei von den Veranstaltern nicht informiert worden und fühle sich überrumpelt. Ob das Landratsamt Ebersberg als Verfolgungsbehörde gegen die Veranstalter oder gar gegen den Wirt Schritte einleitet, ist derzeit unklar. Die Polizei Ebersberg teilte mit, dass dieser Frage unter der Woche nachgegangen werden soll, weil dann der Verwaltungsapparat vollständig sei.

© SZ vom 12.10.2020/koei
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