Drogenhandel:Das sind die kuriosesten Schmuggelversuche des Jahres

Drogenhandel: Statt Tee war in diesen Dosen etwas ganz anderes verpackt. Der Fantasie sind offenbar keine Grenzen gesetzt, wenn es um Drogenverstecke geht.

Statt Tee war in diesen Dosen etwas ganz anderes verpackt. Der Fantasie sind offenbar keine Grenzen gesetzt, wenn es um Drogenverstecke geht.

(Foto: Zoll)

Drogenkuriere kommen manchmal auf ungewöhnliche Ideen, um ihre Ware an den Zollbeamten vorbeizumogeln - und werden trotzdem erwischt.

Von Martin Bernstein

Eigentlich sollte man ja meinen, den Zöllnern am Münchner Flughafen sei kein noch so ausgefuchstes Versteck für Schmuggelware fremd. Doch die Mitarbeiter des Münchner Hauptzollamtes stoßen immer wieder auf neue Methoden, mit denen Reisende oder professionelle Kuriere illegaler Ware versuchen, Verbotenes an den wachsamen Augen der Zöllner vorbeizuschaffen. Eine "Auflistung der kuriosesten Aufgriffe" aus dem Bereich der Rauschgiftkriminalität hat Marie Müller, die Pressesprecherin des Hauptzollamtes München, jetzt zusammengestellt. "Diese Schmuggel-Beispiele gehören zu den Highlights des vergangenen Jahres", sagt Marie Müller. Das Zollfahndungsamt München übernahm die weiteren Ermittlungen in allen Fällen.

Spielend ...

... so dachte ein 28-jähriger Portugiese, könnte er sieben Kilo Marihuana nach Deutschland bringen. Auf dem Flug von Montreal im französischsprachigen Teil Kanadas nach München hatte der Mann die Droge mit der Verpackung einer bekannten Spielfigurenfirma getarnt. Er wollte mit dem Rauschgift im Gepäck weiter nach Russland. Doch bei den Münchner Zöllnern war für den Drogenschmuggler und sein alles andere als kindgerechtes Mitbringsel Endstation.

Zwei Teedosen ...

... mit einer ganz speziellen Mischung wollte ein Italiener am Münchner Zoll vorbeischmuggeln. Bei der Kontrolle des 30-Jährigen stellten die Beamten am Flughafen statt der getrockneten Teeblüten jedoch 230 Gramm Marihuana in zwei Teedosen fest. Der "Spezialtee" wurde als Beweismittel sichergestellt. Ob der Zugriff zur "Tea Time" um 17 Uhr erfolgte, ließ die Sprecherin des Hauptzollamtes offen.

Wenn es so aussieht ...

... als wäre es für Kinder bestimmt, wird der Zoll vielleicht nicht ganz so genau hinschauen, hoffen offenbar manche Drogenkuriere. Weit gefehlt. Auch eine Ladung in Wirklichkeit nicht kindgerechter Bücher haben die Zöllner aus dem Verkehr gezogen. Bei einer Kontrolle kamen den Beamten drei Kinderbücher seltsam vor. Die dünnen Bücher waren auffallend schwer. Verwundert über das hohe Gewicht kontrollierten die Zöllner die Bücher noch einmal genauer. Und sie wurden fündig. In allen drei Bucheinbänden war insgesamt ein Kilogramm Kokain eingearbeitet, das ein Portugiese aus São Paulo in Brasilien über München nach Brüssel in Belgien schmuggeln wollte.

Warum denn kompliziert ...

... wenn's einfach auch gehen könnte, dachte sich eine 40-jährige Brasilianerin. Und nahm rund 4,5 Liter Dimethyltryptamin (DMT) - eine psychedelisch wirkende Droge, die geraucht, geschnupft oder gespritzt werden kann - kurzerhand als Handgepäck mit. Weit kam sie damit nicht. Der Weg der Frau nach Amsterdam endete beim Münchner Zoll. Ob sie mit ihrer Fehleinschätzung Opfer ihres eigenen Rauschgifts geworden war, ließ das Hauptzollamt offen. DMT kann in höheren Dosierungen dazu führen, dass die Konsumenten ihre Halluzinationen für real halten.

Schnuppertag für Schulabgänger beim Münchner Zoll: Wer sich informieren möchte, wie die Zöllner auch raffinierte Schmuggelverstecke finden, kann das am 18. März tun. Anmeldung zum Infotag an der Landsberger Straße 124 unter der E-Mail-Adresse presse.hza-muenchen@zoll.bund.de

© SZ vom 14.01.2017/eca
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