Bordelle in der Corona-Krise:"Vielleicht muss ich bald auf der Straße leben und arbeiten"

Lesezeit: 3 min

Frau

Die Branche fühlt sich ungerecht behandelt: Massagestudios sind seit dem 11. Mai wieder geöffnet, erotische Massagen aber bleiben verboten.

(Foto: Larisa Birta / Unsplash)

Sorina arbeitet als Sexarbeiterin und finanziert damit zwei Kinder und ihre Eltern. Wegen der Corona-Krise bangt sie um ihre Existenz. Über die Nöte von Menschen, die Politiker als "Superspreader" bezeichnen.

Von Johanna Hintermeier, Dachau

Sorina hat Angst vor dem Strich. "Vielleicht muss ich bald auf der Straße leben und arbeiten, ab Juni sind meine Ersparnisse aufgebraucht", sagt die Sexarbeiterin. "Es ist eine Katastrophe", fügt sie hinzu. Sorina, so nennt sich die 36-jährige Rumänin, die als selbständige Sexarbeiterin ihre Dienste im Dachauer Salon Patrice anbietet. Seit der Schließung aller Lusthäuser in Deutschland am 17. März hat sie keinerlei Einnahmen, dafür aber umso mehr Angst davor, aus finanzieller Not bald illegal arbeiten zu müssen. Sorina bangt nicht nur um sich, zwei Kinder und erkrankte Eltern versorgt sie mit monatlich tausend Euro in Rumänien, denn auch die stehen gerade mit leeren Händen da.

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