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Stichwahl in Petershausen:Einsamer Wahlsieger

Kommunalwahl 2020

Kommunalwahl 2020 Petershausen, Schule, Wahllkokal, Bürgermeister Marcel Fath froh , npj/Foto: Jørgensen

(Foto: Niels P. Joergensen)

Petershausens Bürgermeister Marcel Fath (FW) gewinnt die Stichwahl gegen den Herausforderer Günter Fuchs (CSU) und legt sogar noch um gut zwölf Prozentpunkte zu. In der Corona-Krise kann er allerdings nur mit der Familie feiern.

Marcel Fath (Freie Wähler) bleibt Bürgermeister von Petershausen. Der 53-jährige Amtsinhaber hat sich in der Stichwahl mit 61,2 Prozent der Stimmen klar durchgesetzt gegen Herausforderer Günter Fuchs (CSU), der 38,8 Prozent holte. Dabei war die Wahlbeteiligung mit 72,3 Prozent noch einmal deutlich höher als vor zwei Wochen (65,7 Prozent). Auch wenn der amtierende Bürgermeister damals schon mit 48,5 Prozent der Stimmen deutlich vorn lag, war dieser Wahlausgang kein Selbstläufer. Denn seit 2002 ist es keinem Rathauschef in Petershausen gelungen, sein Amt zu verteidigen, das Bürgermeisteramt wechselte zwischen Freien Wählern und CSU hin und her. Mit dem Wahlsieg von Marcel Fath (FW) kehrt erstmals wieder Kontinuität an der Rathausspitze ein. "Ich bin unglaublich erleichtert über dieses eindeutige Ergebnis, das ist ein klares Signal der Wähler", erklärte Fath am Sonntagabend.

Er freue sich sehr, so Fath, "dass ich nun die kommenden sechs Jahre weiter mit meinen Kollegen im Rathaus und den Mitbürgern weiterarbeiten kann". Groß war dagegen die Enttäuschung bei Günter Fuchs (CSU), dem als ehemaligen Bürgermeister, der bis 2014 im Amt war, die Rückkehr ins Rathaus nicht gelungen ist. "So geht Demokratie, das muss man akzeptieren", sagte Fuchs geknickt. Trotz der Wahlschlappe will Fuchs weiter Kommunalpolitik machen und seinen Sitz im Gemeinderat auch annehmen. Starke Nerven waren in Petershausen gefragt am Sonntag, denn das Wahlergebnis ließ auf sich warten.

Noch fast eine Stunde nach Beginn der Auszählung zeigte die Internetseite der Gemeinde nur zwei Namen an - dahinter nichts. Da wegen der Corona-Krise nur Briefwahl möglich war, musste mit einer längeren Auszählung gerechnet werden. Schließlich müssen Stimmzettelumschläge erst von Hand geöffnet werden, bevor es ans Zählen geht. Auch hatte Wahlleiter Michael Dinauer entschieden, auf ehrenamtliche Wahlhelfer zu verzichten und ausschließlich 30 Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung in vier Briefwahllokalen einzusetzen. Die hatten dann gut zu tun, schließlich haben 3594 Petershausener ihre Stimme abgegeben, 331 mehr als im ersten Wahlgang. Dennoch war gegen 19 Uhr eine Schnellmeldung erwartet worden, doch daraus wurde nichts. Es begann das Warten für die Kandidaten. Während Marcel Fath (FW) gegen 18.30 Uhr in die Schulturnhalle gekommen war, um von der Tribüne aus die Wahlauswertung zu beobachten, verfolgte Günter Fuchs vom heimischen Computerbildschirm aus die Ergebnisse.

Eine öffentliche Veranstaltung, bei der Kandidaten mit ihren Parteifreunden und interessierten Bürgern gemeinsam auf das Resultat warten, gab es diesmal nicht. Eine Zusammenkunft hätte es schwer gemacht, den gebotenen Sicherheitsabstand der Teilnehmer zu gewährleisten. Nur Gemeinderätin Lydia Thiel (Grüne) und der im ersten Wahlgang unterlegene Bürgermeisterkandidat Franz Georg Seitz (ÜBP) leisteten Fath auf den weitläufigen Zuschauerbänken Gesellschaft.

Endlich um 19 Uhr dann erste Werte, zwei Wahllokale sind ausgezählt. Die orange Säule überragt deutlich die schwarze, Marcel Fath liegt mit 58,9 Prozent sofort klar vorne. Kurz darauf kommt das Ergebnis des dritten Stimmbezirks, nun sind es 62,4 Prozent für den Amtsinhaber. Eine Vorentscheidung, denn diesen Vorsprung kann Herausforderer Fuchs kaum mehr einholen. Dennoch wird die Geduld der beiden Bewerber auf eine harte Probe gestellt. Erst kurz vor 20 Uhr steht dann fest: Marcel Fath bleibt Bürgermeister von Petershausen. Die Erleichterung ist dem Amtsinhaber anzumerken, auch wenn er sich in seiner ersten Reaktion sachlich gibt. Doch natürlich freut sich Fath über diesen klaren Auftrag der Wähler. Zudem zeige das Votum, "dass man auch Wahlen gewinnen kann, wenn man positiv redet". Ein kleiner Seitenhieb gegen Herausforderer Fuchs, der im Wahlkampf mit Kritik an Faths Amtsführung nicht gespart hatte.

"Entscheidend war wohl", sagte Fath, "dass ich bei dem geblieben bin, was ich seit sechs Jahren mache, das honorieren die Menschen". Nun wolle er begonnene Vorhaben weiter zu führen. Auf den neuen Gemeinderat mit vielen neuen Mitgliedern freue er sich. Vor allem setze er auf die zahlreichen jungen Kommunalpolitiker, die nun ins Gremium einziehen. Bei aller Freude über das Ergebnis konnte es natürlich keine Wahlparty geben angesichts der geltenden Sicherheitsregeln. "In 1,5 Meter Abstand lässt sich schlecht anstoßen", so Fath. "Aber eine kleine Feier mit meiner Familie wird es heute Abend schon geben."

© SZ vom 30.03.2020
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