Stichwahlen:Tiefe Genugtuung für Marcel Fath

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Marcel Fath hat von den Wählern einen überwältigenden Vertrauensbeweis bekommen. Für die CSU dagegen war es kein guter Tag, nicht in Petershausen und nicht in Schwabhausen.

Kommentar von Helmut Zeller

Angemessen wäre sie schon gewesen, eine Riesenfeier zu Marcel Faths triumphalen Ergebnis in der Stichwahl. Aber Corona eben. Doch die Freude über den Wahlsieg hat am Sonntagabend den amtierenden Bürgermeister sicherlich einmal nicht an die Krise denken lassen. Sein Ergebnis - bei einer noch viel höheren Wahlbeteiligung als am 15. März - muss für ihn eine tiefe Genugtuung sein. Sicherlich galt Fath, der die absolute Mehrheit nur knapp verfehlt hatte, als Favorit. Aber jetzt hat der Umstrittene und so oft Gescholtene von den Petershausener Bürgern und Bürgerinnen einen überwältigenden Vertrauensbeweis geschenkt bekommen. Die Strategie der CSU, die Fath in den vergangenen sechs Jahren, immer wieder anschoss und seine Amtsführung zu diskreditieren versuchte, hat sich nicht ausgezahlt. Sein Rivale Günter Fuchs, den er 2014 aus dem Rathaus vertrieben hatte, konnte sein Ergebnis vom 15. März nur um ein paar Prozentpunkte verbessern - die Mehrheit der Wähler ist mit Fath zufrieden, auch wenn er unter Druck schon mal unglücklich handelte. Zu hoffen bleibt, dass die CSU den mehrheitlichen Wählerwillen respektiert und auf Kooperation statt auf fortgesetzte Konfrontation mit dem Bürgermeister setzt.

Es war überhaupt kein Tag für die CSU im Landkreis. Zwar erreichte Landrat Stefan Löwl im ersten Durchgang vor 14 Tagen die absolute Mehrheit - eine großartige Leistung bei sechs Gegenkandidaten. Doch die Wahlschlappe ihres Kandidaten und ihrer Partei in der Stadt Dachau hängt der CSU noch lange nach. Über dieses Wahldebakel hätte ein Erfolg in Schwabhausen nicht hinwegtrösten können. Das hat auch niemand ernsthaft gedacht. Doch die Niederlage des CSU-Kandidaten Florian Scherf ist ein weiteres Signal für den schwindenden Einfluss der Partei auch in den Landgemeinden. Schwabhausen war ein freies Feld, nachdem der amtierende Bürgermeister Josef Baumgartner, ein Freier Wähler, nicht mehr kandidiert hatte. Allerdings muss sich Scherf, der gegen den Favoriten Wolfgang Hörl vom Bürgerblock Arnbach antrat, überhaupt nichts vorwerfen. Im Gegenteil: Er hat ein mehr als respektables Ergebnis eingefahren und elf Prozent mehr als im ersten Durchgang geholt.

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