Verkehr in Karlsfeld:Nicht für jeden eine Verbesserung

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Verkehr in Karlsfeld: Die Buslinie 710, die zwischen dem Dachauer Bahnhof und Moosach verkehrt, fährt die Haltestelle Falkenstraße neuerdings nicht mehr an.

Die Buslinie 710, die zwischen dem Dachauer Bahnhof und Moosach verkehrt, fährt die Haltestelle Falkenstraße neuerdings nicht mehr an.

(Foto: Toni Heigl)

Seit zwei Wochen fährt die Buslinie 710 im 20-Minutentakt. Dafür lässt sie aber ein paar Haltestellen aus. Das sorgt für Ärger.

Von Anna Schwarz, Karlsfeld

Manchmal sind Verbesserungen zwar gut gemeint, bewirken aber eher das Gegenteil. So im Fall von Marc Preis: Der MVV-Fahrplanwechsel hat dem Physiotherapeuten rund eine Dreiviertelstunde mehr Zeit für den Arbeitsweg eingebrockt. Denn seit etwa einer Woche fährt die Buslinie 710 von Dachau nach Moosach zwar im 20- statt wie bisher im 40-Minuten-Takt, doch dafür fährt der Bus nur noch die Haltestellen Krenmoosstraße und Münchner Straße in Karlsfeld an. Preis kritisiert: "Die Siedlungen in der Nähe der Krenmoosstraße werden einfach ausgelassen." Dort, südlich des Karlsfelder Sees - an der Haltestelle Falkenstraße - stieg Marc Preis jeden Morgen in den Bus ein - bis dieser ab dem 12. Dezember einfach nicht mehr kam. Der Karlsfelder kritisiert: "Am meisten hat mich die Kommunikation des MVV gestört. An den Busaushängen oder in der MVV-App stand nirgendwo, dass sich der Fahrplan ändert."

Die Konsequenz für ihn: "Ich brauche jeden Tag circa eine Dreiviertelstunde bis Stunde länger für meinen Arbeitsweg zur Münchner Freiheit und wieder zurück." Grund dafür ist, dass der 710-Bus einige Haltestellen nicht mehr anfährt, wie die bereits genannte Falkenstraße oder auch das Rathaus, die Gartenstraße, den Schwarzgrabenweg und die St. Anna-Kirche. Preis ist überzeugt: "Die Busverbindung ist für viele umständlicher geworden, die in diesem Bereich wohnen."

"In der Früh muss ich deshalb circa eine halbe Stunde früher los"

Denn seit der Fahrplanänderung muss er erstmals umsteigen und einen zusätzlichen Bus nehmen, zum Beispiel die Linie 701. "In der Früh muss ich deshalb circa eine halbe Stunde früher los", erzählt er und: "Auch am Abend bin ich etwa eine Viertelstunde später zuhause, weil die Busabfahrtszeit in Moosach um zehn Minuten vorverlegt wurde - und den Bus schaffe ich einfach nicht. Als Physiotherapeut kann ich meine Patienten ja nicht einfach rauswerfen."

Auf Anfrage erklärt MVV-Pressesprecherin Franziska Hartmann, warum die Linie 710 nicht mehr die Schleife zu den Siedlungen südlich des Karlsfelder Sees fährt, wo Preis wohnt: Sechs zusätzliche Busse pro Stunde hätten eingesetzt werden müssen, um den neuen 20-Minuten-Takt einzuhalten und die Schleife in Karlsfeld zu bedienen und sie fügt hinzu: "Bei der Vorstellung dieses Konzeptes in der Gemeinde gab es Anwohnerproteste und eine Unterschriftensammlung." Die Unterschriftensammler forderten, dass der Bus 710 nach der geplanten Taktverdichtung nicht mehr durch die Gartenstraße/Krenmoosstraße fährt, da schon andere Buslinien den Ortskern bedienen und die Belastung der Anwohner zu groß wäre: "Die Gemeinde Karlsfeld befürwortete den Vorstoß auch vor dem Hintergrund, dass die Buslinien 701 und 711 ausgebaut wurden."

Möglicherweise bringe die 20-Minuten-Taktung zwar für andere Vorteile, wie weniger Busverkehr in der eigenen Straße oder eine schnellere Verbindung zwischen Dachau, Karlsfeld und Moosach - doch für Preis hat die Fahrplanänderung nur Nachteile. Er würde sich wünschen, dass der Bus der Linie 710 wieder die üblichen Haltestellen nahe der Krenmoosstraße anfährt. In Zukunft möchte er die längere Fahrtzeit nicht mehr in Kauf nehmen und sagt: "Ab dem neuen Jahr werde ich wohl aufs Auto umsteigen und zum Park&Ride-Parkplatz in Moosach fahren." Dass die Route der Buslinie 710 wieder zurückgeändert werde, sei momentan kein Thema, erklärt MVV-Pressesprecherin Hartmann. Denn abgesehen von Marc Preis' Anliegen längen keine aktuellen Beschwerden vor: "Eine Änderung ist demnach aktuell nicht geplant, die Resonanz auf die Neukonzeption ist positiv."

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