Gebietsbetreuung:20 Jahre Arbeit für das Ampertal

Gebietsbetreuung: Die aktuelle Gebietsbetreuerin im Ampertal ist die 29-jährige Biologin Katharina Platzdasch.

Die aktuelle Gebietsbetreuerin im Ampertal ist die 29-jährige Biologin Katharina Platzdasch.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Die Gebietsbetreuung feiert Jubiläum. Seit zwei Jahrzehnten bemüht sie sich um ökologische Verbesserungen und fördert das Bewusstsein der Menschen für die Naturschätze.

Von Alexandra Vettori, Dachau/Fürstenfeldbruck

Beobachten, vermitteln, informieren, das sind die Aufgaben von Gebietsbetreuern und -betreuerinnen: Die Männer und Frauen sind in besonders schützenswerten Naturräumen tätig und bringen die Naturschätze den Menschen ringsum näher. Heuer gibt es die Gebietsbetreuung in Bayern seit 20 Jahren, begonnen hat die Erfolgsgeschichte aber schon ein paar Jahre zuvor, also 1997, mit einem Vorläufer am Ammersee. Die Idee, fundierte fachliche Beratung und Informationen unter nichtstaatlicher Trägerschaft zu bieten, hat schließlich überzeugt. Heute gibt es in Bayern mehr als 70 Gebietsbetreuer und -betreuerinnen in 60 Gebieten.

In den Landkreisen Dachau und Fürstenfeldbruck gibt es eine gemeinsame Stelle, die Gebietsbetreuung Ampertal. Ins Leben gerufen haben sie vor 20 Jahren die Landschaftspflegeverbände Dachau und Fürstenfeldbruck. Das Ziel: ein fester Ansprechpartner vor Ort werden, der das Bewusstsein der Bevölkerung fördert und eine zentrale Stelle aufbauen, die naturschutzfachliche Projekte anstößt. 2003 wurde die Gebietsbetreuung Ampertal eingerichtet, finanziert durch den Naturschutzfonds, den Bezirk und die beiden Landschaftspflegeverbände.

Das Ampertal ist ökologisch bedeutsam

Die besondere ökologische Wertigkeit des Ampertals liegt nicht nur in seiner Artenvielfalt, die sich trotz früherer Flussbegradigungen vielerorts erhalten hat. Vereinzelt gibt es noch Streuwiesen und Niedermoore, in denen Raritäten wie Sumpf-Gladiole, Wohlriechender Lauch oder Kriechender Sellerie wachsen. Auch die Auwälder sind streckenweise noch naturnah, die Altarme der Amper bieten Lebensraum für verschiedene, auch vom Aussterben bedrohte Libellen, Wasservögel, Fische und sogar Muscheln. Insgesamt ist das Ampertal rund 100 Kilometer lang und erstreckt sich vom Ende des Ampermooses bei Grafrath bis zur Isarmündung bei Moosburg.

Gebietsbetreuung: Die Amper und ihre Auen bergen an einigen Stellen noch wahre ökologische Schätze.

Die Amper und ihre Auen bergen an einigen Stellen noch wahre ökologische Schätze.

(Foto: Niels P. Jørgensen)

Die Aufgaben der Gebietsbetreuung sind vielfältig: Sie kümmert sich um Besucherlenkung, Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung, etwa durch Führungen und Ferienprogramme. Gleichzeitig hat sie die Entwicklung der Biotope, Tier- und Pflanzenarten im Blick und stößt konkrete Maßnahmen an.

So sind in den vergangenen 20 Jahren viele wichtige Naturschutzprojekte umgesetzt worden. Bei Haimhausen wurden Laubfroschbiotope verbessert und vergrößert, es wurden Eisvogelbrutwände angelegt und Lebensräume für den Wiesenknopf-Ameisenbläuling, einen kleinen blauen Falter, geschaffen. Seit 20 Jahren gibt es auch die Porträtreihe "Ampertaler des Monats", in der einmal im Monat eine Tier- oder Pflanzenart aus dem Ampertal vorgestellt wird.

Jetzt im Jubiläumsjahr plant die derzeitige Gebietsbetreuerin, die Biologin Katharina Platzdasch, besonders viele, spannende Veranstaltungen. Den Anfang macht am Samstag, 15. April, eine Führung mit Start in Ampermoching durch verschiedene Lebensräume im Ampertal. Am Mittwoch, 24. April, geht es weiter auf den Spuren des Eisvogels. Als Geburtstagsgeschenk wird Ende des Jahres die Broschüre "Schätze des Ampertals" neu aufgelegt.

Zur SZ-Startseite

SZ PlusUmgang mit Tradition und Geschichte
:"Der Heimat-Begriff ist immer missbraucht worden"

Bezirksheimatpfleger Norbert Göttler hat die Heimatpflege entstaubt. Ein Gespräch über die identitätsschaffenden Funktion von Tradition und die Herausforderung, den Begriff nicht Rechtspopulisten zu überlassen.

Lesen Sie mehr zum Thema

Jetzt entdecken

Gutscheine: