Busfahrer des Jahres:Auf Umwegen

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Philipp Müller (Mitte) ist Dachauer Busfahrer des Jahres. Zu den Gratulanten gehörten der stellvertretende Landrat Helmut Zech (links), MVV-Landkreis-Sprecher Robert Niedergesäß (3. von links) und MVV-Chef Bernd Rosenbusch (5. von links).

(Foto: Florian Peljak)

Philipp Müller ist zum Busfahrer des Jahres im Landkreis Dachau gekürt worden

Von Julia Putzger, Hilgertshausen-Tandern

Als der Berufsberater den jungen Philipp Müller vor vielen Jahren in der Schule fragte, was er denn einmal werden wolle, antwortete dieser sofort: "Busfahrer!" Nach einigen beruflichen Umwegen ist Müllers Kindheitstraum wahr geworden, seit 13 Jahren sitzt er nun schon hinter dem Lenkrad im Bus. Und nicht nur das: Der 46-Jährige ist heuer auch zum Busfahrer des Jahres im Landkreis Dachau gekürt worden.

Müller ist in Hilgertshausen-Tandern aufgewachsen, zur Schule nach Altomünster brachte ihn damals das Busunternehmen Steiner KG aus Jetzendorf - für das er seit zwei Jahren selbst arbeitet. Mit der Linie 707 fährt er jeden Wochentag von frühmorgens bis abends um kurz nach halb acht auf der Strecke zwischen Petershausen, Jetzendorf, Hilgertshausen-Tandern und Altomünster. Viele seiner Fahrgäste sind Berufspendler, aber auch Schüler steigen in seinen Bus - und das geht nicht ohne, dass Müller jedem einzelnen einen "Guten Morgen" wünscht. So stellten selbst die wenigen, die er noch nicht kennt, am Ende einer Fahrt fest: "Sie sind ja aber auch ganz schön mit Grüßen beschäftigt."

Diese Vertrautheit ist es auch, die Müller mittlerweile zu schätzen weiß. "In München würde ich keinen Bus fahren wollen", sagt er. In der Großstadt sei alles so anonym, daheim fährt auf seiner Tour sogar täglich an der eigenen Haustür vorbei. Doch auch die anderen Stationen, die Müller in seinem Busfahrerleben schon durchlebt hat, hätten natürlich ihren Reiz gehabt. So war er schon als Fernzielfahrer, im reinen Schulbusverkehr, in der Personenbeförderung für Behinderte oder für gecharterte Tagesausflüge in ganz Europa unterwegs. Jetzt genieße er es aber, wieder daheim zu sein - was für seine Fahrgäste den Vorteil hat, das er aus eigener Erfahrung weiß, was es heißt, den letzten Bus zu verpassen. So wartet Müller also gerne zehn Minuten mit seiner letzten Fahrt um 19.15 Uhr auf die verspätete S-Bahn, denn "ich weiß ja, wer zu welchen Zeiten fährt" und "wenn ich ein bisschen später Feierabend mache, macht dass das Kraut auch nicht fett".

Besonders amüsant ist es für Müller, wenn Menschen aus München in seinem Bus raus aufs Land fahren. Vor allem bei gutem Wetter staunten die Leute dann, wie schön es doch hier sei. Müller erklärt dann stolz, dass er in der Gegend aufgewachsen ist und sagt: "Da heraußen kann man es schon aushalten."

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