Banner-Streit mit der Uefa Kopfschütteln über Schilhabel

Stadträtin Schilhabel stellt sich im Banner-Streit hinter die Uefa, die einem Fanclub ein Plakat mit dem Namen Dachau verboten hat - und erregt damit wieder einmal große Aufregung im Stadtrat.

Von Melanie Staudinger

Die FDP will den Ausschluss Elisabeth Schilhabels aus dem Dachauer Stadtrat prüfen lassen, Freie Wähler und ÜB appellieren an Oberbürgermeister Peter Bürgel (CSU), die fraktionslose Stadträtin in Sitzungen öfter zum Schweigen zu bringen, SPD und Bündnis wundern sich über ihre "haarsträubenden Aussagen", CSU und Grüne wollen am liebsten gar nichts mehr zur Causa Schilhabel sagen.

Elisabeth Schilhabel.

(Foto: Niels P. Jørgensen)

Eines ist sicher: Mit ihren neuesten Äußerungen zum Banner-Streit ist es Schilhabel wieder einmal gelungen, Aufregung im Stadtrat zu verursachen. Konsequenzen wird ihre strittige Pressemitteilung aber wohl nicht haben, zumindest ein Ausschluss aus dem Stadtrat ist laut Rechtsamtsleiter Josef Hermann deswegen rechtlich nicht möglich.

Am Mittwoch äußerte sich die fraktionslose Stadträtin in einer Presseerklärung zum Banner-Streit zwischen dem FC Bayern Fanclub "Dachau City 95" und der Uefa. Der europäische Fußballverband hatte den Fans beim Champions League Finale 2010 in Madrid verboten, ein Plakat mit der Aufschrift "Dachau" im Stadion aufzuhängen.

Der Name sei ein Symbol für den Naziterror, hieß es als Begründung. Als die Sache öffentlich wurde, stellten sich mehrere Politiker, darunter OB Bürgel, Landrat Hansjörg Christmann, der Landtagsabgeordnete Bernhard Seidenath, Bundestagsvizepräsidentin Gerda Hasselfeldt und Bayerns Sportminister Ludwig Spaenle hinter den Dachauer Fanclub.

Genau dieses Vorgehen kritisierte Schilhabel in ihrer Erklärung. Sie hält das Protestschreiben der CSU-Politiker für "bedauerlich und beschämend". Die CSU-Politiker hätten der Stadt Dachau damit "großen Schaden" zugefügt.

Die Stadträtin bezeichnet das Banner als "Verhöhnung" der Opfer des Nationalsozialismus: "Ich stelle mir gerade vor, was ich denken würde, wenn ich im Fußballstadion plötzlich ein Transparent sehen würde, auf welchem steht: Auschwitz City 1995."