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Klimmzüge trainieren viele verschiedene Muskeln.

(Foto: matthiasdoering.com)

Klimmzüge seien derzeit ein ideales Training, sagt der Segel-Profi Maximilian Weiß - zu Hause oder im Freien. Und er hat Tipps für verschiedene Übungen.

Von Ralf Tögel

Wer glaubt, dass Segeln gleichbedeutend ist mit ein bisschen in einem schnittigen Boot auf einem See oder dem Meer herumzuschippern, der sollte sich mal mit Maximilian Weiß unterhalten. Der ist Steuermann beim Deutschen Touring Yacht Club aus Tutzing, gleichzeitig zusammen mit Patrick Follmann Teammanager der Bundesligamannschaft und hat unter anderem die German Open, zweimal die deutsche Mannschaftsmeisterschaft in der Bundesliga sowie die Champions League gewonnen. Und wie sich der 31-Jährige derzeit in seinem Home-Office fit hält, gibt spätestens darüber Aufschluss, dass Segeln durchaus Leistungssport sein kann. Denn Segler haben in Sachen Fitness einiges mit Kletterern gemeinsam, wie Weiß erzählt. Seine Lieblingsübung, an der auch Turnvater Jahn bekannter Maßen seine Freude hatte: der Klimmzug.

Man muss sich ja nicht gleich wie Maximilian Weiß ein so genanntes Hangboard über die Türe schrauben, an dem verschiedene Vertiefungen und Griffe unterschiedliche Möglichkeiten bieten, sein Körpergewicht in die Höhe zu bringen. Was im Übrigen speziell für Kletterer entwickelt wurde. Das Prinzip des Klimmzugs kennt wohl jeder, man lässt sich mit ausgestreckten Armen hängen, bringt dann den Körper durch Anspannen der Muskeln über Rücken, Schultern und Armen nach oben und lässt ihn wieder langsam herunter - eine so genannte Eigengewichtübung. Wer nun kein Hangboard oder eine ebenso taugliche Klimmzugstange in der Wohnung hat, dem rät Weiß, sich einfach an den Türrahmen zu hängen. Eine Hand rechts, eine links, was zugegebener Maßen viel Kraft in den Fingern erfordert. Wer die nicht hat, öffnet die Tür, legt ein Handtuch über die Oberkante, greift von einer Seite mit beiden Händen zu und zieht sich nach oben.

Maximilian Weiß

Maximilian Weiß, 31, freut sich schon darauf, wenn er wieder in ein Boot steigen kann. Bis dahin hält er sich zu Hause fit.

(Foto: DTYC/oh)

Es gibt auch Parks, die Klettergerüste, respektive Stangen haben, oder man hat eine Wäschestange im Garten. Es findet sich also fast immer eine Möglichkeit, die Übung irgendwie hinzubekommen. Bliebe die Frage nach den Wiederholungen. Nun ja, je nach Gusto. Weiß ist bei zehn Klimmzügen, die er dreimal pro Tag macht. Bis die Corona-Krise überwunden ist, will er sich auf 20 steigern, mindestens.

Der Klimmzug ist im Übrigen eine Übung, die besonders viele Muskelgruppen gleichzeitig beansprucht, vornehmlich den großen Rückenmuskel. Aber auch der größere und der kleine Brustmuskel werden trainiert, der zweiköpfige und der dreiköpfige Muskel des Armes, der Kapuzenmuskeloder der Oberarmspeichenmuskel, und wer will kann auch noch die Beine dabei anziehen. Um bei allzu vielen Wiederholungen eine Überbelastung der Handinnenflächen zu vermeiden, dürfen auch Handschuhe getragen werden, was Maximilian Weiß natürlich nicht tut. Wer will, kann sich auch einen Stuhl zur Hilfe nehmen, um das Körpergewicht zu verringern. Klimmzug für Landratten sozusagen. Noch nicht genug? Nun, den Kraftprotzen sei hiermit eine weitere Eigengewichtübung empfohlen, der verkehrte Klimmzug sozusagen: Handstand gegen die Wand, langsam den Kopf Richtung Boden herablassen und wieder nach oben drücken. Für Nichtgeübte empfiehlt sich aber eine Hilfestellung durch mindestens eine weitere Person des Haushalts.

© SZ vom 17.04.2020/kast
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