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Corleone Bar:Chamäleon unter den Bars

Bar Corleone, Sendlinger-Tor-Platz 7, Happy-Hour-Barserie

Bar Corleone, Sendlinger-Tor-Platz 7, Happy-Hour-Barserie

(Foto: Florian Peljak)

Die Bar Corleone am Sendlinger-Tor-Platz ist winzig und kahl - doch genau deshalb kann sie mit wechselnden Künstlern immer wieder ihr Erscheinungsbild ändern.

Gleich vorneweg: Dieses Lokal ist ein Glücksfall. Schon allein deshalb, weil es immer wieder sein Erscheinungsbild verändert. Weil hier wechselnde Künstler ihre Werke ausstellen und DJs in kleinem Rahmen Neues ausprobieren. Die Bar Corleone am Sendlinger-Tor-Platz ist winzig, kahl und spärlich eingerichtet. Und doch hat sie das, was eine Bar braucht: Atmosphäre.

Vor zwei Jahren haben Michaela Schembari und Uli Gansloser aus einem ehemaligen Imbiss am Rande des Party-Epizentrums Feierbanane eine Heimstatt für Kulturschaffende eröffnet, vorher hatten sie unter anderem die Kunst-Kneipe Neuland in Neuhausen betrieben.

Zielgruppe sind neben Künstlern all jene, die einfach in lässiger Atmosphäre zu guter Musik ein Bierchen trinken wollen. Als "chamäleonartigen Raum" bezeichnet Schembari das etwa 30 Quadratmeter große Lokal. Und anfangs, erzählt sie, sei sie ziemlich skeptisch gewesen, ob das Konzept überhaupt ankommt.

Verschiedenste Typen von Nachtschwärmern

Die Zweifel waren unbegründet, wie sich herausgestellt hat. An Wochenenden wird es im Corleone ziemlich eng, und auch unter der Woche herrscht hier reger Betrieb. Das großstädtische Flair zieht die verschiedensten Typen von Nachtschwärmern an. Hier versammeln sich Studenten, Feierabendtrinker, Musik- und Kunstfreunde. Und die Wahrscheinlichkeit auf Hipster mit Hipstermützen, Hipsterbrillen und Hipstervollbärten zu treffen, ist ebenfalls hoch.

Sie alle wissen eben zu schätzen, dass es hier entspannt zugeht - und man sich zu erschwinglichen Preisen einen anleuchten kann. Auf der Karte stehen klassisch Tegernseer, Tannenzäpfle und Pilsner Urquell, Longdrinks wie Gin Tonic und Fritz Kola.

Der Name der Bar hat übrigens nichts mit der Mafia oder der sizilianischen Stadt Corleone zu tun. Zwar hat Schembari sizilianische Wurzeln und schenkt bewusst Wein von der Insel aus. "Die Übersetzung ist wichtig", sagt sie. "Corleone bedeutet übersetzt Löwenherz."

Noch dreieinhalb Jahre läuft der Mietvertrag für die Bar. Dann wird sich zeigen, ob das Corleone wie einst das Neuland ein Zwischennutzungsphänomen war, oder ob es sich als Institution des Münchner Nachtlebens hält.