Benefizkonzert:Geisterstunde im Herkulessaal

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Benefizkonzert: Beim Familienkonzert des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks erzählte Schauspieler Rufus Beck 2019 im Herkulessaal der Residenz die Geschichte "Die Koboldschwestern".

Beim Familienkonzert des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks erzählte Schauspieler Rufus Beck 2019 im Herkulessaal der Residenz die Geschichte "Die Koboldschwestern".

(Foto: Stephan Rumpf)

Am 26. Februar gibt es wieder ein Familienkonzert zugunsten des SZ-Adventskalenders. Das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks führt gemeinsam mit Rufus Beck das Stück "Gespenstersport" auf.

Von Karin Kampwerth

Das große Zittern ist beendet, das kleine Bibbern steht noch an: Lange war nicht klar, ob das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks (BRSO) zum traditionellen Familienkonzert zugunsten des SZ-Adventskalenders in diesem Jahr wieder einladen darf. Der Grund, wie überall im beschränkten Kulturbetrieb: Corona. Nach den publikumsfördernden Lockerungen bei der Besucherzahl steht seit voriger Woche aber fest: Es darf am Samstag, 26. Februar, gespielt werden. Vom BRSO zauberhafte Musik von Ludwig van Beethoven. Und vom wunderbaren Geschichtenerzähler Rufus Beck gibt es eine ebenso wunderbare Geschichte dazu. Wer dabei sein möchte: An diesem Dienstag, 8. Februar, beginnt der Kartenvorverkauf.

Nachdem also das Zittern um die Realisierung des Konzertes beendet ist, wird sich Beck, der inzwischen, so darf man mit höchstem Respekt sagen, zum Inventar dieses Ereignisses für Groß und Klein gehört, um das Bibbern kümmern. In diesem Jahr steht eine zum kindertauglichen Gruseln geeignete Gespenstergeschichte auf dem Programm. Sie wird auf der Bühne des Herkulesaales zu Illustrationen von Martin Fengel unterhaltsam in Szene gesetzt.

Die Geschichte, geschrieben von BR-Autorin Katharina Neuschaefer, spielt auf der sagenumwobenen uralten Burg Klotz. Eh klar, dass in einem solch modrigen Gemäuer Gespenster, die was auf sich halten, ein wahres Spuk-Paradies finden. Doch die Stimmung in der Gruseltruppe ist mies. Man langweilt sich und geht sich gegenseitig auf die Nerven, weil niemand in Sicht ist, den man das Fürchten lehren könnte. Bis eines Tages die neue Schlossherrin Siri einzieht. Und wenn es bei Gespenstern, die qua Jobbeschreibung um Mitternacht herumzugeistern haben, nicht höchst unpassend wäre, würde man nun glatt behaupten, dass sich mit Siri ein Silberstreifen am Horizont zeigt. Denn das coole Burgfräulein mischt die träge Mannschaft gehörig auf. Ob sie es schafft, den Sportsgeist in ihren Mitbewohnern zu entfachen und gemeinsam mit ihnen ein Team zu bilden?

Die Stimme von Rufus Beck ist vielen Kindern aus Hörbüchern und Filmen vertraut

Dass zumindest die Teamarbeit für das Stück zwischen Rufus Beck und den BRSO-Musikerinnen und -Musikern garantiert ist, zeigt sich an der seit Jahren anhaltenden Begeisterung, mit der Kinder, Eltern und Großeltern die Benefiz-Familienkonzerte erlebt haben. "Das Tollste daran ist, dass Rufus Beck so unterschiedlich sprechen kann", sagte etwa eine begeisterte Mutter, die mit Ehemann und zwei fünf und zehn Jahre alten Töchtern 2018 "Der Zauberer von Bethlehem", damals noch im Gasteig, angesehen hatte. Ebenso erging es einer anderen Mutter, die mit ihrem Sohn 2019 "Die Koboldschwestern" besucht hatte. "Ich habe alle seine Harry-Potter-Kassetten gehört, obwohl ich damals schon zwanzig war", schwärmte sie von Erzähler Rufus Beck. Dessen Stimme klingt vielen Kindern und Jugendlichen ebenso wohlvertraut in den Ohren, hat er doch neben dem Einsprechen von Hörbüchern Auftritte in Filmen wie "Die Wilden Kerle" und "Räuber Hotzenplotz" gehabt. Und so sind es auch die kleinen Besucher, die wie ihre erwachsenen Begleitungen während der einstündigen Veranstaltung prächtig unterhalten werden. "Mir hat das Konzert richtig, richtig gut gefallen", sagte etwa der achtjährige Yannik nach dem Schlussapplaus für die Koboldschwestern.

Benefizkonzert: Gleich zwei Konzerte geben das BRSO und Rufus Beck am 26. Februar, damit möglichst viele Familien in den Genuss dieser schönen Veranstaltung kommen können.

Gleich zwei Konzerte geben das BRSO und Rufus Beck am 26. Februar, damit möglichst viele Familien in den Genuss dieser schönen Veranstaltung kommen können.

(Foto: Stephan Rumpf)

Kein Wunder also, dass die Karten für das BRSO-Familienkonzert jedes Jahr aufs Neue höchst begehrt sind. Woran sich gleich eine gute Nachricht anschließt: Es gibt zwei Aufführungen am 26. Februar. Eine um elf Uhr und eine um 13 Uhr. Aus geteilter Freude kann nun also doppelte Freude werden, weil die pandemiebedingte Regel, in Theatern nur jeden zweiten Platz besetzen zu dürfen, mit dem weiteren Termin ein volles Haus im Herkulessaal ermöglicht.

"Eine seit vielen Jahren währende Tradition wird - trotz Corona - auch in diesem Jahr fortgesetzt", darüber freut sich besonders die Geschäftsführerin des SZ-Adventskalenders, Anita Niedermeier. Sie lobt: "Das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks bringt zusammen mit Rufus Beck den Kindern auf eine ganz besondere Weise die klassische Musik näher. Eine spannende Geschichte mit lustigen Bildern wird mit klassischen Musikstücken umrahmt - ein wirklich einmaliges Konzert." Die Spendengelder kommen dem SZ-Adventskalender zugute und werden für das Projekt "Musik für alle Kinder" verwendet, das einst vom unvergessenen BRSO-Dirigenten Mariss Jansons und dem früheren SZ-Lokalchef Christian Krügel ins Leben gerufen wurde. "So kann das Hilfswerk der Süddeutschen Zeitung Kinder aus sozial schwachen Familien mit Musikunterricht oder beim Kauf von Musikinstrumenten unterstützen", sagt Niedermeier.

"Gespenstersport", Familienkonzert, Samstag, 26. Februar, 11 und 13 Uhr, Tickets unter www.brso.de/familienkonzert oder telefonisch unter 0800 5900 594

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