Konzerthaus:Fliewatüüt mal anders

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Was im neuen Container des Symphonieorchesters des BR auf dem Werksviertel-Gelände alles gespielt wird.

Von Susanne Hermanski

Das Programm des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks im Container ist für die Besucher kostenlos. Ziel ist, möglichst viele Menschen zu erreichen. Live und spontan. Als Highlight bereits avisiert: In der ersten Saison von Sir Simon Rattle ist eine Watch-this-Space-Nacht im Werksviertel geplant, in die der Container als Spielort einbezogen wird.

Doch es geht dort - vor allem - auch kleiner: Pop-up-Konzerte zwischen 30 und 60 Minuten sollen ein- bis zweimal im Monat stattfinden. Zu hören sein werden diverse Musikgenres, darunter Jazz, Volksmusik und Pop, also bei Weitem nicht nur Klassik. Und das auch bei After-Work, Late-Night- und Eins-zu-eins-Formaten. Zuschauer sollen zudem zu Kammermusikproben der Ensembles des BRSO oder der Akademie des BRSO kommen können. Im Zuge von "Meet the BRSO" kann man Orchestermusikerinnen und -musiker, aber auch deren Manager und Mitglieder des BR-Chors kennenlernen. Unterricht für die Stipendiaten der Orchesterakademie gibt es dort ebenso wie Schnupperunterricht auf verschiedenen Instrumenten. Ferner sind Online-Masterclasses für Schülerinnen und Schüler in ganz Bayern geplant.

Die BRSO Social Media hat sich einen festen Arbeitsplatz in dem Container eingerichtet. Ihnen kann man bei der Arbeit über die Schulter schauen. Für Podcast Produktionen vor kleinem Publikum sollen bald schon Plätze via Instagram verlost werden. An einer Hörstation kann man sich Aufnahmen des BRSO anhören, CDs kaufen und die Präsentation neuer Veröffentlichungen mitverfolgen. Die Freunde des BRSO werden ihre Jugendarbeit auf den Container ausdehnen. Doch auch Gäste wollen ihn nützen: Die Stiftung Konzerthaus München wird Informationen rund um das neue Konzerthaus anbieten: Pläne, Modelle, Gesprächsformate mit Verantwortlichen des Konzerthausbaus, mit Architekten und Politikern.

Ferner existieren Ideen für verschiedenste Mit-mach-Aktionen: ein Graffiti-Workshop mit Loomit an der Container-Außenwand, wechselnde Ausstellungen, auch mit Werken von Musikerinnen und Musikern. Es soll ein Moodboard angebracht werden, das Werksviertel-Besucher mitgestalten können, zu Themen wie: "So sieht für mich das ideale Konzert aus", "das Werk solltet ihr mal spielen", "so sieht für mich das Konzerthaus der Zukunft aus". Mit den anderen "Siedlern" im "Collective" haben sich die BRSO-Musiker bereits zu einer Social Media-Gruppe zusammengetan. Austausch ist der Sinn der Sache.

Mit anderen Worten: Es ist vieles möglich an diesem Ort - solange er existiert. Denn die Mietverträge für alle Container werden stets bis zum Ende eines Jahres abgeschlossen. "Wir hoffen aber, dass das gesamte Container-Collective noch eine Weile erhalten bleibt", sagt ein BR-Sprecher.

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