Bar Diese Bar schließt eine Lücke in Giesing

Das neue "Altgiesing" hat nur freitags und samstags geöffnet. Dafür bis 3 Uhr morgens.

(Foto: Robert Haas)

Wer länger unterwegs sein will, muss nicht mehr in andere Stadtteile weiterziehen - dafür gibt es jetzt das "Altgiesing".

Von Laura Kaufmann

Als Jannis Amperiadis mit Robinson Kuhlmann das "Attentat Griechischer Salat" eröffnete, war sein Heimatviertel Giesing in Sachen Nachtleben noch fest in Hand der Boazn. Weil aber der ein oder andere nicht jeden Abend in einer Boazn verbringen möchte, so liebenswert und wichtig sie sind, etablierte sich das "Attentat" mit seinen (Ouzo-)Cocktails und überdimensionalen Salaten schnell zur festen Größe. Dieses Wochenende feiert das Lokal sein Fünfjähriges. Und die jungen, leicht verhipsterten Gäste, die mit ihm feiern werden, müssen danach nicht in ein anderes Viertel ziehen, wollen sie die Nacht noch ausdehnen. Das Attentat sperrt gegen 1 Uhr zu. Und bis vor kurzem blieb den Gästen keine weitere nahe Trinkgelegenheit als eben doch wieder eine Boazn.

Aber in Giesing hat sich in der letzten Zeit einiges getan; Jannis Amperiadis ist daran nicht ganz unschuldig. Vor ein paar Wochen hat er nicht weit vom "Attentat Griechischer Salat", hinter dem Tegernseer Platz, eine Bar aufgesperrt. Diesmal zusammen mit den Machern der "Schorsch Bar" in der Georgenstraße.

Eine Bar im Viertel der Boazn

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"Altgiesing" heißt sie und war lange Zeit, natürlich: eine Boazn. Zumindest die letzten Jahre lang, aber das Lokal an der Tegernseer Straße 93 gehört schon viel länger zum Viertel, nämlich 150 Jahre. Vorletzten Sommer, da war die Bar eigentlich schon dicht, sorgte eine punkige, kurze Zwischennutzung für Furore und Lärmbeschwerden. Dann bekamen seine jetzigen Pächter den Zuschlag fürs Altgiesing. Und räumten erst mal aus. Beim Abschlagen der Wände fand Amperiadis noch alte Tapeten, weiter unten Backsteine. Spuren der Jahre wie die Ringe eines Baumes. Die Wände sind so geblieben.

Der Tresen ist mit gemusterten Fliesen ausgekachelt, darüber Lampenschirme, die noch aus der Vergangenheit des Ladens stammen. Hochtische gegenüber an der Wand; hinten eine Sofaecke. Der Laden ist klein, die Gäste kommen schnell ins Gespräch am Tresen. Die Karte ist noch provisorisch und sehr übersichtlich gehalten. Es gibt Helles von Hacker und Pils von Astra (je 2,90 Euro), eine Hand voll offener Weine, und allerlei Spirituosen, die dank einer Lichtquelle aus dem Metallregal hinter dem Tresen leuchten.

Damit mixen die Barkeeper, was der Gast sich in seinem Glas wünscht. An einer richtigen Karte bastelt Jannis Amperiadis gerade; sie soll unterteilt sein nach den Gläsern, in denen die Cocktails und Longdrinks serviert werden, Highball, Tumbler. Wegen der guten Drinks sollen die Gäste kommen, aber das "Altgiesing" soll auch anderweitig mit Leben gefüllt werden: kleine Ausstellungen, ab und an ein Konzert, vielleicht sogar politische Diskussionen.

Und Jannis Amperiadis kann seine Gäste nun endlich nur ein paar Häuser weiter schicken, wenn er das Attentat Griechischer Salat zusperrt. Zumindest donnerstags, freitags und samstags, denn nur dann hat das "Altgiesing" momentan geöffnet. Dafür am Wochenende bis 3 Uhr morgens. Wer dann immer noch nicht genug hat, der wird nun wirklich in ein anderes Viertel weiterziehen müssen.

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